Donnerstag, 27. September 2012

Eine Sorge kommt selten allein

Als hätten wir nicht schon mit genug Sorgen und Ängsten zu kämpfen, tut sich nun auch in der Schule des Großen eine neue Front auf.
Mit dem Übergang in die dritte Klasse scheinen wir eine Lehrerin erwischt zu haben, welche ich ganz eindeutig in die Schublade "Problemlehrer" stecke.
Sie macht den Kindern das Leben schwer und bringt die Eltern reihenweise an den Rand des Wahnsinns. Ihre Erziehungs- und Unterrichtsmethoden stammen mindestens aus der Nachkriegszeit. Inklusion scheint gar überhaupt nicht in ihre Welt zu passen. Und ihre einzige Antwort auf meine Nachricht daß das große Kind derzeit stark mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen hat war, das Kind unentwegt mit Ermahnungen zu terrorisieren.
Die ganze Geschichte würde hier sogar den Rahmen sprengen und findet sicher noch seinen ganz eigenen Blogeintrag in der nächsten Zeit.


Es wird so gern davon geredet, welch ein hervorragendes Gesundheits- und Sozialsystem wir in Deutschland doch haben. Im Krankheitsfall ist man finanziell abgesichert, wird es gern propagiert.
In der Realität wird mir als Ehefrau meines Gatten aber gesagt, daß die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ja allesamt völlig unterschiedliche Kennziffern (und damit auch Diagnosen) beinhalten würden. Den Krankengeldanspruch müsse man deshalb nun erst mal GENAU prüfen. Und überhaupt, der Gatte solle seine Angelgenheiten doch bitte selbst regeln, und nicht seine Frau vor schicken.
Der Gatte würde dies sicherlich auch gerne tun, wenn er nicht gerade eine schwere Wirbelsäulenoperation gehabt hätte, und daheim auf der Couch liegt, weil er selbständig kaum 100 Meter weit laufen kann!


Zum Glück für die Krankenkasse, und zu unserem Pech, geht der Gatte aber genau 6 Wochen nach der ersten Krankmeldung nun erst mal eine Reha-Klinik. Dafür ist ja dann nicht mehr die Krankenkasse zuständig, sondern die Rentenversicherung. Das aber erfahren wir eher zufällig. Diese zahlt ein sogenanntes Übergangsgeld. Aber auch erst nach Beendigung der Reha-Maßnahme. Wann das sein aber sein wird, und wie lange die Bearbeitungszeiten sind, steht in den Sternen.
Und ich weiß erst mal nicht wovon ich Anfang November die Miete bezahlen soll. Von den vielen anderen Lebenshaltungskosten mal ganz zu schweigen.


Rein theoretisch dürfte ich in den nächsten Wochen so überhaupt gar kein Geld aus geben. Rein Praktisch braucht die komplette Familie neue Schuhe. Die Kinder sind mal wieder wie Unkraut über Nacht gewachsen und benötigen neue Winterkleidung.
Der Gatte braucht für seine Reha noch so einiges an Sportkleidung und Ausstattung die man dort gerne hätte. Und überhaupt kostet in solch Kliniken so vieles einiges Extra.


In NRW stehen die Herbstferien kurz vor der Türe. Der Gatte ist in dieser Zeit in der Reha-Klinik und ich bin mit den Kindern allein. Ich habe noch absolut keine Ahnung wie ich in dieser Zeit die vielen notwendigen bürokratischen Wege bewältigen soll. Vom Alltag, oder der Tatsache daß der Papa einfach fehlt, mal ganz zu schweigen!


Und dann kommt der Moment, wo der Gatte einen mit dem lapidaren Spruch "Man soll die Hoffnung nie aufgeben" völlig aus der Fassung bringen kann, weil man diesen verdammten Scheiß Spruch in den letzten Wochen so verdammt oft total oberflächlich um die Ohren gehauen bekam, daß man einfach nur noch allergisch drauf reagiert! :-(



1 Kommentar:

  1. das ist doch reine willkür!
    was das krankengeld angeht, kenne ich das von mir nur so:
    wenn unterschiedliche diagnosen draufstehen, kommt man erst ins krankengeld, wenn man wegen der letzte diagnose über die 6 wochen kommt.
    dein mann war doch im krankenhaus. die haben ja auch einen sozialdienst. vielleicht könntest du da dein anliegen vorbringen und um unterstützung beten.
    ausserdem finde ich es ein unding, dass man dir als seine frau von diesen stellen, wohl wissend, dass er erkrankt ist, mit solchen sprüchen kommt.
    als mein freund (inzwischen verlobter) anfang des jahres so schwer krank war, habe ich auch viele dinge für ihn erledigt. zum glück blieben mir aber solche sprüche erspart.

    ich weiß wie viel papierkram erledigt werden muss und ich weiß, dass das nun noch mehr last auf deinen schultern ergeben wird. mit all den sorgen ist es eine wahre grenzerfahrung.

    vielleicht hast du die ein oder andere freundinn, die die bei solchen dingen auch unterstützen kann.

    ich wünsche euch, dass sich das alles doch irgendwie noch regeln lässt und ihr nicht in die gleiche situation rutscht, in die wir in diesem jahr leider schon waren.

    fühl dich gedrückt.

    lg zwerg84

    AntwortenLöschen
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...