Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ein Sonntag voller Sang und Klang

Vor einem halben Jahr hat unser Großer mit Chormusik begonnen.
Vergangenen Sonntag feierte die Chorgemeinschaft großes Jubiläum.
140 Jahre Chormusik in unserer Gemeinde, und 60 Jahre in der  Nachbargemeinde!

Der Tag begann mit einem käsegelben Mond am Morgenhimmel und zwei Kindern die gebannt an der Fensterscheibe klebten.

Chorsonntag

Zum Frühstück servierte ich Waffeln.
Mit Kirschen und Sahne und allem drum und dran!
Fürs Sonntagsfrühstück zelebrieren war einfach nicht genug Zeit. Und die Termine des Tages würden ebenso viel Kraft kosten, wie sie unseren Sonntag durcheinander wirbeln würden!

Chorsonntag

Gleich danach schnappte sich das Kind seine Chortasche mit Chormappe......

Chorsonntag

......und seinen Chorpulli und war voller Aufregung zur Türe hinaus entschwunden.

Chorsonntag

Die Feierlichkeiten begannen mit einem Festgottesdienst in unserer Kirche. Und endeten mit einer modernen Vesper (genannt Evensong) zum frühen Abend hin in der Nachbargemeinde.
Während der Messe sollte man natürlich tunlichst nicht fotografieren. Hab ich auch nicht. Auch davor nicht, denn die Kirche war wirklich gut gefüllt und ich wollte niemandem zu nahe treten.
Aber während dem Warmsingen vor der Vesper war die Kirche noch fast leer, so daß mir ein paar schnelle Schnappschüsse gelangen.

Chorsonntag


Zu sehen sind hier übrigens drei Chöre.
Der Kirchenchor mit seinen gut ausgebildeten Alt-Stimmen. Der etwas frischere Jugendchor. Und der inzwischen recht große Kinderchor mit seinen lieblichen Engelsstimmen.
 Unser Chorleiter hat mit unübertroffenem Talent alle drei Chöre zu einem großem harmonisierendem Chor vereint. Auch besitzt er genau die richtige Mischung aus Strenge und väterlicher Güte, um die zuweilen noch zappeligen und unruhigen Chor-Neulinge bei der Stange zu halten.

Chorsonntag

Vielfach wurden Lieder vorgetragen, bei denen entweder der Kirchenchor oder der Kinderchor begannen, und die anderen Chöre schrittweise mit ein stimmten. Überwiegend wurde in Deutsch gesungen. Aber auch Lateinische und Englische Lieder wurden vor getragen.
Ganz besonders gut gefallen hat mir aber ein Stück bei welchen nur die Herren mit dem gregorianischen "Te lucis ante terminum" begannen, und die hohen Kinderstimmen später mit "Müde bin ich, geh zur Ruh" mit ein stimmten.
Bei "Alle Dinge dieser Welt" steigen mir ein ums andere mal die Tränen die Augen. Egal ob während der Proben, während der Messe, oder während der Vesper.

Ich persönlich finde den Umstand, daß während einer Messe nicht applaudiert wird, ja höchst bedauerlich. Die meisten Chöre hätten sich Applaus mehr als verdient.
Nach der großartigsten Vesper die ich je im Leben erlebt habe, wurde aber geklatscht. Der Chor verließ  in einer langen und wohl geordneten Reihe durch den Mittelgang die Kirche und der Applaus hielt an bis auch das letzte Chormitglied die Türe erreicht hatte. Die Damen des Kirchenchors waren dabei so überwältigt, daß viele sich leise die Tränchen aus den Augenwinkeln wischten.

Als wir die Kirche verließen strahlte goldenes Herbstlicht  mit den Chören  um die Wette! 

Chorsonntag

Das Kind hatte einen großartigen Tag.
Er fühlt sich sichtlich wohl in dieser großen Gemeinschaft. Inzwischen kann er bewusst in fünf Tonlagen singen und braucht für viele Liedtexte nicht mal mehr seine Mappe.

Während der Vesper stand er genau unter einer Deckenleuchte, welche einen goldenen Lichtkranz auf sein Haar zauberte. Mit stolz geschwellter Brust verließ er später unter dem donnerndem Applaus die Kirche und strahlte uns dabei verstohlen an.

Am Abend kam ein völlig erschöpftes, aber total glückseeliges Kind nach Hause.
Er erzählte von einem super leckerem Mittagessen mit der Chorgemeinschaft. Von Kartoffelauflauf, Hähnchenfleisch und leckerer Soße. Und von Kuchen und "Zitronenbrot" nach der Vesper.
Den ganzen Abend hindurch hörte man immerzu ein Summen und Singen aus dem Hause PhotoAuge. Bis der Sandmann das Kind dann endlich erlöste.


Kommentare:

  1. Man darf in der Kirch sehr wohl klatschen und sobald einer Anfängt machen alle anderen mit.
    Erlegt bei einer Aufführung des Krippenspiels vor einigen Jahren.
    Applaus in der Kirche - zum ersten Mal und alle haben sich darüber gefreut.

    Schön, dass ihr einen so schönen Sonntag hattet und zumindest das große Kind mal alle Sorgen hinter sich lassen konnte.

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    1. Aber, aber .... im erzkatholischen Köln wird NICHT geklatscht!
      (Unter Dir hat Videbitis auch ganz gut erklärt. ;-) )

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  2. Kennst Du diese Geschichte ?
    "Kardinal Joachim Meisner,
    61, schätzt laute Zustimmung seines Kirchenvolks nicht immer. Beim Pfingstgottesdienst im Kölner Dom bot die Rheinische Chorgemeinschaft Mozarts Große Credo-Messe so eindrucksvoll, daß die Gläubigen Beifall klatschten. Meisner, der selbst schon für Predigten Applaus erhielt, verbat sich solche Benutzung der Extremitäten: Die Kirchgänger sollten nicht in die Hände klatschen, sondern diese zum Gebet falten. Die frommen Kölner ließ die Ermahnung ihres Hirten kalt: Nach einem Moment der Stille applaudierten sie erneut." (Spiegel 1995)

    Ich habe leider in meiner Kindheit und Jugend viel zu wenig gesungen, das war irgendwie nicht "in" in den 70ern. Blöd. Heute sing ich wenn überhaupt nur unter der Dusche - bin ja kein Sadist. ;) So ein großer Chor in einem großen Raum, das hat schon was. Manchmal denke ich, das einzig gute an der Kirche ist ihre Musik.

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    1. Deinem letzten Satz kann ich mich nur anschließen! :-))

      Ich bin froh daß mein Großer angefangen hat zu singen. Es tut ihm sichtlich gut und es fängt ihn in dieser schweren Zeit sicher auf. Die Gemeinschaft gibt ihm halt. Außerdem hat er eine ganz wunderbare Stimme bekommen.

      Es ist unter seinen Kumpels auch in 2012 nicht unbedingt hipp. Aber das ist ihm egal. Hoffentlich bleibt das auch so! :-)

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