Freitag, 21. Dezember 2012

Elternbasteln mit Nachspiel

Es ist nun schon eine ganze Weile her, daß sich die Klasse des Kindleins in der Schule traf um gemeinsam mit den Kindern weihnachtlich zu basteln. Genauer gesagt, war das sogar schon Ende November. Aber erst vor wenigen Tagen war die Geschichte wirklich zu Ende.

Eigentlich wollten die Lehrerin und ich so etwas nie nie nie nie wieder machen. Einst organisierten wir in der Chaos-Klasse des Großen ein Laternen Basteln. Wir dachten, so könnten die Eltern vielleicht mal besser in Kontakt miteinander kommen, und vielleicht würde sich die Stimmung innerhalb der Klasse sogar ein wenig verbessern.
Oh was haben wir dies bereut! Trotz entsprechender Elternbriefe hatte niemand, außer mir, hatte Flüssigkleber dabei. Schon mal versucht dicke Laternenpappe mit Klebestiften zu verleimen? Und meinen Kleber habe ich auf Teufel komm raus nicht heraus gegeben. Zuletzt hatte ich ihn sogar in meiner Hosentasche!
Alles redete beständig kreuz und quer durcheinander. Dabei sprach kaum eine Familie die selbe Sprache wie die andere Familie. Die Eltern schnibbelten und klebten wild drauf los. Während die Kinder sich sogar noch schlimmer benahmen wie zu Schulzeiten.
Die Lehrerin und ich hüpfen ständig von einem Tisch zum anderen um zu retten was eigentlich nicht mehr zu retten war. Und sagte man einer Mutter, sie solle mal bitte 2 Minuten warten man würde nur ein Werkzeug holen, machte diese ihren Murks bereits weiter sobald man sich auch nur um drehte.
Wie auf ein geheimes Kommando waren plötzlich alle Familien zur Türe heraus. Und die Lehrerin und ich räumten noch etwa eine Stunde lang mit laut klingelnden Ohren die Klasse auf.

Das Kindlein jedoch hat mit seiner Klasse sehr großes Glück gehabt. Die Eltern sind allesamt recht vernünftig, aufgeschlossen und interessiert. Die Kinder sind, bis auf eine einzige Ausnahme, sogar entsprechend gut erzogen. Damit kann man leben. Also wagten wir es doch noch einmal. Getreu dem Motto: Neue Klasse, neues Glück!

Basteln in der Schule

Wir organisierten eine nette kleine Mitbringparty. Jede Familie die kam, brachte etwas anderes mit. Ich  brachte eine große Keksdose voller bunter selbst gebackener Zuckersterne mit.

Basteln ist ja eher so Weiberkram. Doch der Gatte langweilt sich derzeit sooo sehr, daß er nicht nur mitkam, sondern auch noch kreativ tätig wurde. Der Große guckt entsprechend skeptisch aus der Wäsche. Er kommt so langsam in die Phase, wo Eltern eben peinlich werden. ;-) 

Basteln in der Schule

Ich selbst war an diesem Nachmittag erstaunlich arbeitslos.
Die anwesenden Eltern waren das basteln alle mehr oder weniger gewohnt. Niemand handelte völlig ohne Plan. Und wer wirklich einmal nicht weiter wusste, der fragte sogar nach. Ungewohnt für mich.
Auch jammerte mir niemand die Ohren voll, wie schrecklich doch diese Schule sei. Und was denn alles mal überhaupt nicht gehen würde.
Niemand ging einfach so. Alle verabschiedeten sich von uns. Viele halfen sogar noch beim Aufräumen.

Nur bei einer Mutter fragte ich mich, allerdings nicht zum ersten mal, was wohl in ihrem Kopf vorgehen mag. Ihr Kind hatte einen Stiefel gebastelt. Das kleinere Geschwisterkind ebenfalls. Das Geschwisterkind durfte seinen Stiefel nun mit nach Hause nehmen, während das Große Kind seinen Stiefel doch bitte in der Schule zu lassen habe. Häh? Klar, daß das ne Szene gab! Entweder beide, oder keiner. Eine andere Gerechtigkeit schließt sich bei Kindern dieses Alters schlichtweg aus.
Ich konnte schließlich schlichten. Doch während das Kind mich dankbar anblickte, hätte die Mutter mich wohl am liebsten erschlagen. 

Basteln in der Schule

Eine andere Mutter kam noch auf die Idee man könne ja ein bißchen Geld sammeln um unseren Lehrerinnen Weihnachtsgeschenke zu machen. Warum bin ich nicht auf diese Idee gekommen? Vielleicht weil ich während der Zeit des Großen bei dieser Lehrerin mit solchen Ideen immer alleine da stand. Daß jetzt jemand völlig anderes auf die Idee kommt ist wie eine Offenbarung.
Die anwesenden Eltern zogen ausnahmelos mit. Die anderen Eltern wurden kurzerhand angerufen oder angeschrieben. Lediglich eine einzige Familie beteiligte sich nicht.

Leider kenne ich weder Hobbies noch Lieblingsfarben oder persönliche Vorlieben unserer Lehrerinnen. Auch daß das Geld über einen Zeitraum vom zwei Wochen kleckerweise bei mir ein trudelte machte es etwas schwierig. Irgendwann entschied ich mich deshalb für eine Präsentkiste. Sollte doch noch Geld dazu kommen, kann man die Kiste einfach entsprechend auf stocken.

Frohe Weihnachten

Weihnachtlich wollte ich es halten. Mit Dingen, die man vielleicht nicht jeden Tag hat.
Auf dem Weihnachtsmarkt ließ ich deshalb für jede der Damen eine Tasse mit Namen gravieren. Gut wenn man sich mit der Schulsekretärin versteht und so an die Vornamen kommt! Hinzu kamen handgemachte Bonbons vom Weihnachtsmarkt, ein Wintertee, ein Schmuckdose mit Marzipanfüllung, eine weihnachtlich Packung Danke Schokolade, feine Spekulatiuscreme fürs Frühstück, ein wenig Schokolade der Marke Moser Roth *hust*, eine kleine Stange beschwipste Kirschen, ein Schutzengelbleistift, und aus eigener Herstellung noch ein Glas Trinkschokolade, Glühweingelee und Rocher Bäumchen.
Das ganze musste nun nur noch Kinder- und Transportsicher verpackt werden.

Frohe Weihnachten

Bei der Weihnachtsaufführung der Kinder in der Schule baten wir die Eltern der Klasse bitte nicht gleich zu verschwinden, sondern noch kurz mit in die Klasse zu kommen. Feierlich wurde den Lehrerinnen die Kisten überreicht. Diese waren ebenso überrascht, wie überwältigt, und auch ein kleines bißchen verlegen.
Mission geglückt! :-) 

Frohe Weihnachten






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