Mittwoch, 16. Oktober 2019

Dies und Das und Diphenhydramin

Im Hause Photoauge kommt es schon wieder Knall auf Fall.
Keine Chance auf Langeweile!

Der (nicht mehr ganz so kleine) Teenie hatte Geburtstag.
(Er ist so extrem gewachsen, dass er inzwischen einige Zentimeter größer ist als sein großer Bruder!) Und natürlich gab es neben Geschenken auch einen Kuchen. Mit süßen Mäusen und gelben Kerzen. Weil Mäuse nach wie vor seine Lieblingstiere sind, und Gelb seine Lieblingsfarbe ist.
Neu war allerdings, dass er momentan so richtig verknallt ist und seine Freundin zu Besuch kam. Ein wirklich tolles Mädchen, und zusammen sind die beiden einfach nur Zuckersüß!


Unser Teenie langweilt sich zunehmend in der Schule, und ganz speziell im Matheunterricht. Die Schule ist leider nicht wirklich in der Lage mit seinem Talent um zu gehen, bzw. man weiß dort ja nicht einmal von seiner Hochbegabung. Immerhin ist er von einer Förderschule auf eine ganz normale Realschule gewechselt, und ich wollte einfach nicht dass irgendein Lehrer völlig überzogene Erwartungen an ihn stellt. Er sollte Zeit haben sich ganz normal entwickeln zu dürfen. So langsam offenbaren sich seine Stärken jedoch immer mehr, und man hat ihm nun zumindest erlaubt eigenes Unterrichtsmaterial mit zu bringen. Deshalb hat unsere kleine (Intelligenz-) Bestie neues Futter für den Kopf bekommen. Und inzwischen beginnt er sogar zu begreifen dass auch weniger interessante Fächer, wie z.B. Deutsch, wichtig sind um der Langeweile einer Realschule irgendwann entfliehen zu können. Ich bin gespannt wohin uns die Reise nun führen wird.


Nach nahezu jahrelanger Abstinenz habe ich mich mal wieder auf einen Stricktreff getraut.
Es hatte ja seine Gründe warum ich mich irgendwann von allem zurück gezogen hatte. Aber dies hier war ein kleiner privater Treff ausschließlich mit Leuten die ich schon von irgendwoher kannte. Easy Peasy also, und ich habe es wirklich genossen.
Kuchen made by me, und außerdem habe ich noch jemanden mit dem Sockenstrickvirus infizieren können. *grins*


Meine spontan angestrickten Wollfestival Beutewolle Socken waren übrigens nach nur ganz wenigen Tagen bereits fertig und warten nun auf ihr Shooting. Sind die nicht einfach nur großartig geworden?


Außerdem habe ich endlich mal "meine" Zeeland Wolle angestrickt.
Mein Teenager hatte letztes Jahr die Idee mir Wolle nach den Farben auf meinen Urlaubsbildern färben zu lassen. So sind "Sonnenuntergang in Zeeland" und "Sturmtag in Zeeland" entstanden, und wurden mir dann zu Weihnachten geschenkt. Ich wusste lange Zeit nicht so recht was ich draus machen sollte. Nun sind es ⇨ Faded Socks geworden und ich bin total verliebt!


Dann durfte ich endlich mal wieder etwas für schlanke Füße stricken und habe mich an ⇨ Socks of Kindness gewagt. Leider hat das Muster mich etwas geärgert, aber den fertigen Socken sieht man das absolut nicht an.


Und weil die Socken derzeit nur so über die Nadeln zu fliegen scheinen, waren auch Ratzfatz schon wieder fünf Paar Socken fertig. Leider heißt das dann auch für fünf Paar Socken Fäden vernähen, was ich so gar nicht gern mache. Außerdem waren drei Paar Faded Socks dabei, was pro Socke vier zusätzliche Fäden bedeutet.
Sollte ich irgendwann mal keine Faded Socks mehr stricken, dann deshalb weil ich keine Fäden mehr vernähen mag!


Nach dem letzten recht spontanen Shooting bei ⇨ Das bunte Schaf in Langenfeld waren fünf Paar Socken endlich soweit hübsch verpackt und verschickt zu werden.
Weitere drei Paar Socken waren bereits hübsch verpackt, und sollten beim bunten Schaf übergeben werden. Leider ist es aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu gekommen, und kurz vorher bekam ich eine Absage. Also habe ich die gesamte Tüte kurzerhand in einen passenden Karton gesteckt.
Insgesamt durften sich nun also gleich vier Leute über nette Päckchen freuen.


Frau Eule war mal wieder so lieb dafür zu sorgen dass bei mir kein Wollnotstand ausbricht. Ich glaube ich könnte drei oder vier Jahre lang stricken ohne was kaufen zu müssen, und es würde immer noch kein Notstand ausbrechen. Aber gefreut habe ich mich natürlich trotzdem wie Bolle!


Bei ⇨Alice im Wunderladen sind mir außerdem zwei Knäuel Lungauer Sockenwolle mit Seide in den Arm gesprungen und haben Mama zu mir gesagt. Ergänzt habe ich mit einem Knäuel Regia Permium Silk in silbergrau, und zusammen sollen sie zu dem tollen ⇨ZackZack Sommer Schal von Frau MeRo Color werden.


Und dann kam im September ja auch noch das Opal Abo!

Ich muss leider sagen, dass ich etwas zweigeteilt bin.
Die beiden rechten sind wunderschön. Die beiden in der Mitte wären eigentlich ganz hübsch, wenn es nicht das vierte Grau Blau und das dritte Rot in Folge gewesen wären. Es gibt so unendlich viele Farben, und Möglichkeiten diese miteinander zu kombinieren. Warum zur Hölle muss also immer das gleiche Grau und Blau sein? Wenn es wenigstens mal ein anderes Blau wäre. Oder ein helles Sandbraun dazwischen. *seufz*
Und für die beiden Linken brauchte ich erst mal nen Schnaps! Naja, vielleicht werden sie ja noch hübscher wenn ich erste Anstrick Bilder gesehen habe. Aber so auf den ersten Blick sind es mir viel zu viele Sprenkel.
Das Heft welches dabei gelegen hat, hätte ich persönlich jetzt nicht unbedingt gebraucht. Aber es gibt bestimmt etliche andere die sich drüber gefreut haben.


Dann war ich endlich mal wieder in einem Stoffladen. Mir gingen nämlich so langsam die Stoffreste für die Milka Taschen aus. Ich hatte das unglaubliche Glück einen Rausverkauf zu erwischen, und habe mir für relativ kleines Geld einen ganzen Schwung frischer Stoffe und Farben mit nehmen können. Außerdem habe ich mir noch gleich Vlieseline und Vliesofix besorgt, denn als ich mich so durch die Stoffballen gearbeitet habe, habe ich unglaubliche Lust bekommen mir noch ein paar Projekttaschen zu nähen.


Relativ spontan ist dann diese niedlich gruselige Bande hier entstanden.
Projekttaschen in drei verschiedenen Größen, sowie eine Wollfestival Beute Tasche zum Umhängen welche ich passgenau auf meine Körpermaßen angefertigt habe. So kann ich demnächst gleichzeitig Wolle shoppen und schöne Bilder machen, und habe immer noch die Hände frei. Einen ersten Praxistest hat die Tasche auch bereits überstanden.


Und weil ich gerade einmal dabei war, sind außerdem noch 40 neue Milka Täschchen in meinen Geschenke Vorrat gewandert. Zwar hatte ich erst Ende letzten Jahres 30 Taschen genäht, aber obwohl ich die Taschen nicht verkaufe und nur zum verschenken nutze, waren sie schon wieder fast alle weg. Denn nicht nur ich lege sie gerne zu Socken bei, auch meine Männer fischen sich immer mal wieder eine Tasche heraus um sie lieben Menschen mit auf den Weg zu geben. Mal sehen wie weit ich dieses mal damit komme.


Die Paketdienste verdienen echt gut an mir dieses Jahr. Ständig schicke ich irgendwelche Socken auf Reisen. Zuletzt unter anderem an meine liebe Frau Odersocke. Und ⇨ Frau Odersocke schickt wiederum ständig hübsche Wolle zu mir, welche ich bitte testen soll. So wie diese beiden wunderschönen handgefärbten Stränge Merino Sockenwolle!
Der Veilchenregen hat es mir besonders angetan, aber das Garn ist so kuschelig weich und die Färbung so 100% mein Beuteschema dass wohl eher ein hübsches Tusch als Socken draus entstehen wird.


Ich war mal wieder für ein paar Tage in Koblenz bei meiner lieben Frau Eule.
Leider hat es fast durchgehend geregnet, so dass fotografisch nicht viel heraus zu holen war. Daher haben wir es uns meist mit Tapas und Wein auf der Couch gemütlich gemacht, und viel gemeinsam gestrickt. So ein richtiges Weiberwochenende war es! Außerdem konnte ich meine Projekttaschen bei Frau Eule in Szene setzen. Und wir waren  kurz zusammen beim Westerwälder Wollfest. Aber dazu an anderer Stelle später mehr.


Seit nun mehr drei Monaten nehme ich nun im Selbstversuch den Wirkstoff Diphenhydramin ein, um meinen Hirndruck unter Kontrolle zu bekommen. Ich hatte ja in der Selbsthilfegruppe davon gelesen. Und ich muss sagen, inzwischen geht es mir richtig gut damit!
Schon nach den ersten paar Tagen konnte ich bereits eine deutliche Verbesserung verspüren, aber die Langzeitwirkung übertrifft alle meine Erwartungen. Der ständige Druck auf Auge und Ohr sind inzwischen fast gänzlich verschwunden. Die Sehstörungen und der Tinnitus sind auf ein fast zu ignorierendes Maß zurück gegangen. Die guten Tage sind inzwischen deutlich in der Überzahl, und selbst an schlechten Tagen geht es mir inzwischen oftmals besser als früher an den guten Tagen.  Kopfschmerzen habe ich nur noch ganz ganz selten, und lassen sich problemlos mit nur einer einzigen Dosis herkömmlichen Schmerzmittels in den Griff bekommen. Die bleierne Müdigkeit und die chronische Erschöpfung, die mir nun so viele Jahre sämtliche Lebensfreude geraubt haben, sind nahezu verschwunden. Ich habe wieder Energie, und kann wach und aktiv am Leben teilnehmen. Ja, sogar meine ständige Panik vor Menschen lässt sich plötzlich beherrschen und ist auf dem besten Wege sich völlig aus meinem Leben zu verpissen. Es scheint so als wäre es nie wirklich ein psychologisches Problem gewesen, sondern rein organisch durch den ständigen Überdruck im Schädel hervorgerufen worden. Auch wenn ich das momentan noch nicht wirklich sinnig erklären kann.


Ebenso wenig kann ich erklären wie oder warum das Diphenhydramin wirkt, wie es bei mir eben wirkt, aber hauptsächlich bin ich einfach nur dankbar dafür dass es überhaupt wirkt! Der einzige Wermutstropfen der bleibt ist die Tatsache dass mir nicht etwa ein Arzt geholfen hätte, sondern ich mich selbst diagnostizieren und therapieren musste.




Donnerstag, 10. Oktober 2019

Warum ich keine Shootings anbiete

Vorab gesagt, ich finde es wirklich mehr als traurig dass es scheinbar nötig ist nach Postings wie ⇨"Warum ich keine Anleitungen heraus gebe" und ⇨"Das Sockenwunschbuch" nun auch einen solchen Artikel schreiben zu müssen. Jedoch diskutiere ich in letzter Zeit fast schon regelmäßig mit Leuten darüber, ob und warum ich keine (professionellen) Hochzeits- Paar- oder auch Einzelpersonen Shootings anbiete, und das geht mir langsam wirklich auf die Nerven.

Warum biete ich solche Shootings nicht an?
Immerhin habe ich mich erst neulich als Event Fotografin für das Wollfestival engagieren lassen, und im Zuge dessen auch ganz viele Menschen vor der Kamera gehabt.

Die Antwort auf diese Frage ist ebenso banal, wie sie scheinbar für viele Menschen völlig unverständlich ist: Weil ich das einfach nicht gut genug kann!

Ein guter Fotograf zeichnet sich meiner Meinung nach nicht nur durch seine schönen Bilder aus, sondern auch durch ein Bewusstsein dafür wo seine Stärken und Schwächen liegen.
Ich z.B. kann unglaublich gut Augenblicke fest halten. Sei es bei Aktivitäten mit meiner Familie, bei Wanderungen durch Stadt oder Landschaft, einem Sonnenuntergang am Strand von Zeeland, oder eben auch bei wolligen Veranstaltungen.
Nicht ohne Grund habe ich diesen Blog einst "Augenblick mal ..." genannt, und nicht etwa Frau Photoauge bloggt, oder Frau Photoauge strickt. Und auch der Name Frau Photoauge sagt bereits einiges über meine Motivation seinerzeit aus. Ich habe mich nicht etwa Wollmaus, oder Stricktante, oder Sockenfee genannt, weil diese Bereiche nicht meine Hauptmotivation für einen Blog waren. Als ich mich zum ersten Mal Frau Photoauge nannte, konnte ich noch nicht einmal stricken!

Was ich z.B. gar nicht hin bekomme sind Portraits von Menschen, Paar- oder gar Hochzeitsshootings. Das mag mit Sicherheit auch daran liegen dass ich Menschen im allgemeinen gerne gezielt aus dem Weg gehe. Denn Menschen empfinde ich oftmals einfach nur als anstrengend. Und gerade nach gewissen Ereignissen in den letzten Jahren lasse ich auch kaum noch Menschen näher an mich heran.
Bei einem Shooting jedoch muss ich aktiv auf mir völlig fremde Menschen zu gehen, und diese dann auch noch dazu bringen gewisse Körperhaltungen ein zu nehmen die sie in ihrem alltäglichen Leben unter Umständen niemals aktiv anwenden würden.
Es ist relativ einfach ein glückliches Kinderlächeln in einer für das Kind tollen Situation ein zu fangen. Ein Kinderlächeln ist echt und unverfälscht. Andere Menschen haben einfach ein angeborenes Talent dafür vor einer Kamera gut aus zu sehen, wie z.B. mein Teenager. Aber fragt euch doch mal warum es kaum ein Bild von meinem Gatten gibt. Oder von meinem kleinen Teenie, seit dieser ein Teenie ist. Und ganz klassisch, von mir selbst! Weil sich diese Menschen vor einer Kamera einfach nur unwohl fühlen. Inklusive mir selbst! An mir beißen sich sogar professionelle Fotografen regelmäßig die Zähne aus. Und selbst wenn ich es schaffe, solche Menschen durch zig gezielte Anweisungen dazu zu bringen eine hübsche Körperhaltung ein zu nehmen. Da ist immer noch ein Gesicht welches in den Bemühungen meine Anweisungen um zu setzen hochkonzentriert, aber selten entspannt aus der Wäsche guckt.

Menschen, egal ob Freunde oder nur Bekannte, die mich nach einem Shooting fragen haben gewisse Erwartungen. Sie sehen all die schönen und wirklich guten Shooting Bilder auf Facebook oder Instagram, und möchten auch genau solche Bilder. Ich jedoch kann diese Bilder einfach nicht liefern! Mir fehlt dafür zum einen das Wissen, zum anderen ein gewisses Talent, und nicht zuletzt auch das nötige Equipment.

Socken zu shooten ist relativ einfach.
Ich suche mir einen passenden Hintergrund, überlege zu welcher Tageszeit die Sonne am günstigsten steht, warte auf gutes Wetter, packe meine sieben Sachen zusammen, und lege einfach los. Socken sind geduldig, und haben keine übersteigerten Erwartungen. Außerdem verlieren die Sockefüße nie ihre Körperhaltung. Sie fallen höchstens mal um. Dann stelle ich sie einfach wieder hin, und mache weiter. Und weder Socken, noch Füße könnten irgendwie doof gucken.
Wenn mir die Bilder später am Laptop dann doch nicht gefallen, wandern die Socken einfach zurück in die Shootingkiste und ich versuche es anderwo noch einmal. Das passiert nicht oft, aber hin und wieder einmal. Socken sind dann weder enttäuscht, noch würden sie meckern oder mir deswegen gar Streß machen.

Mit Menschen verhält es sich leider etwas anders. Werden Erwartungen nicht erfüllt, folgen auf die Enttäuschung meist Frustration und Diskussionen. Welche sich natürlich am Fotografen entladen. Auf solch einen Ärger habe ich ehrlich keine Lust. Und schon alleine deshalb mache ich generell keine Hochzeits- Paar- oder auch Einzelshootings mit Menschen.

Ganz ganz häufig erlebe ich es leider auch, dass mein "Nein, mache ich nicht" zunächst nicht akzeptiert wird. Statt dessen wird leider versucht, mich zu überzeugen es vielleicht doch zu machen, und dann kommt fast immer mein persönliches Totschlag Argument ins Spiel. Denn ein professioneller Fotograf kostet ja Geld! Und das ist auch meist der Punkt, wo ich mich frage ob von mir erwartet wird dass ich meine Freizeit völlig umsonst zur Verfügung stelle.

Eigentlich alle Menschen, die nicht bereit sind den Preis für ein professionelles Shooting zu zahlen, erliegen dem Irrglauben Fotografie sei ja nur ein bisschen mit der Kamera herum spielen. Dass Fotografie aber weitaus mehr ist habe ich bereits in ⇨"Das bisschen Bloggen" erläutert.
Ein Shooting erfordert eine gewisse Vorbereitung, eventuell eine An- und Abreise, ein Höchstmaß an Konzentration, und letztlich mitunter noch stundenlanges Nachbearbeiten am PC.
Ferner hat ein selbständiger Fotograf nicht zu unterschätzende Kosten die er irgendwie erwirtschaften muss. Das Equipment allein kostet oftmals bereits mehrere Tausend Euro. Das Studio muss ebenso finanziert werden, wie gewisse Versicherungen. Nicht zuletzt natürlich auch die (private) Krankenversicherung. Oder Steuern. Wenn der Fotograf viel Glück hat, kann er sich vielleicht sogar noch um seine Altersvorsorge kümmern. Und seinen Lebensunterhalt muss der Fotograf von dem verbleibenden Gewinn auch noch bestreiten.
Wenn ich merke, dass auch diese Argumente auf keinerlei Verständnis bei meinem Gegenüber stoßen, lege ich den Leuten ganz offen und ehrlich nahe es einfach sein zu lassen. Mir fehlt die Geduld für Menschen, die zwar alles haben möchten, aber nicht bereit sind die zu erwartende Leistung angemessen zu würdigen oder gar zu bezahlen.

Ganz allgemein frage ich mich auch, warum ich überhaupt immer wieder auf solche Shootings angesprochen werde. Denn ich habe nie entsprechende Bilder davon in meinem Blog, auf Facebook oder Instagram veröffentlicht. Was bringt Menschen nur dazu, mich nach Shootings zu fragen, welche ich ganz offensichtlich noch nie gemacht habe? Man geht doch auch nicht zum Bäcker, um dort ein Steak zu kaufen. Verschont mich also bitte mit euren Anfragen für Personen oder gar Hochzeitsshootings!
Aber Fotografie scheint für viele Menschen wohl einfach nur noch "Bilder knispen" zu sein, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an die vielen ganz unterschiedlichen Aspekte der Fotografie zu verschwenden.  


Warum aber habe ich mich dann als Event Fotografin für das Wollfestival engagieren lassen?

Zunächst einmal hat mir die Veranstalterin eine gewisse Wertschätzung entgegen gebracht. Von der ersten Minute an wurde mir z.B. ein Honorar angeboten.
Außerdem hat die Veranstalterin genau gewusst was für Bilder ich mache, wo meine besonderen Stärken und mein spezielles Talent liegen, und wollte für ihr Wollfestival genau diese Fähigkeiten haben.
Ich hatte nur sehr wenige Bedingungen die umgesetzt werden mussten. So sollte ich z.B. mindestens einmal jeden Aussteller an seinem Stand fotografieren. Ansonsten hatte ich völlig freie Hand und konnte das fotografieren was ich besonders gut kann. Unendliche Perspektiven von Wolle, glückliche wollsüchtige Menschen, und jede Menge Augenblicke. Ich musste keine Erwartungen erfüllen, die ich nicht leisten kann.
Darüber hinaus hatte ich natürlich an beiden Tagen des Wollfestivals freien Eintritt, ich habe einen Presseausweis erhalten der es mir ermöglicht hat ohne große Erklärungen auf die Menschen zu gehen zu können, und ich darf alle entstandenen Bilder auch für mich selbst nutzen.

Ich habe aber auch durch ganz viel positives Feedback von dem Engagement profitieren können.
Als über Facebook und Instagram bekannt gegeben wurde, dass ich die offizielle Wollfestival Fotografin sein werde, war ich von den vielen positiven Reaktionen schier überwältigt. Da merkt man dann erst welch eine Bekanntheit und welch eine Reichweite man wirklich besitzt. In den darauf folgenden Tagen habe ich mich jeden Tag ein wenig mehr auf das Wollfestival gefreut, während ich mein Equipment vorbereitet und mir Mitfahrgelegenheiten organisiert habe.
Während des Wollfestivals wurde ich immer wieder gefragt ob es gut laufen würde, ob das Honorar wirklich angemessen wäre, und ganz allgemein wurde sich um mich bemüht und gesorgt. Darüber hinaus bin ich mit so vielen lieben und netten Menschen ins Gespräch gekommen, dass mir nur meine Bilder anschauen brauche um gleich wieder glücklich lächeln zu können. So macht ein Job dann auch Freunde!



Sonntag, 6. Oktober 2019

Sommersocken No.2

Zeitgleich zu den Sommersocken No.1 aus der tollen Sockenwolle mit Baumwolle von Frau Odersocke hatte ich auch mit einem Knäuel Cotton Premium von Opal experimentiert.

Ich muss leider sagen, dass mir für Sommersocken das handgefärbte Garn von Frau Odersocke wesentlich besser gefällt. Das Garn von Opal fühlt sich eher wie normale Wollsocken am Fuß an, nur eben mit Baumwolle. Bewährte Opal Qualität, aber leider nichts was ich bei Hitze in Schuhen noch tragen würde wollen. Das handgefärbte Garn von Frau Odersocke ist einfach kühler auf der Haut, und auch die starken Färbungen von ihr sagen mir wesentlich mehr zu als dieser blasse Geist hier.


Ich habe einmal den Faden von innen, und einmal von außen aufgenommen, und somit den Farbverlauf in der zweiten Socke umgekehrt. Denn ich wollte das Knäuel unnötig zerstückeln. So habe ich nun noch ein durchgehendes Restknäuel übrig aus dem vielleicht ein zweites Paar Socken entstehen kann. Und unsymetrisch sieht hier außerdem auch ganz hübsch aus.


Gearbeitet habe ich diese Socken wieder nach meinen Standartwerten.
Rippenbündchen, aber mit kurzem Schaft.


Herzchenferse.


Bandspitze.


Verstrickt habe ich das Knäuel Blütenmeer aus der Cotton Premium Serie von Opal.


Geshootet habe ich auf der Hängebrücke zwischen zwei Spielhäuschen des großen Spielplatztes im Rheinpark. Ganz früh morgens, als weder Kinder noch Hunde dort unterwegs waren.


Ein wirklich toller Spielplatz mit vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten. Als meine Jungs noch klein waren haben wir jeden Sommer viele viele Stunden hier verbracht. Und manches mal sogar im Winter!


Schade eigentlich, dass sie inzwischen groß sind und eigene Wege gehen..........


Mittwoch, 2. Oktober 2019

Sommersocken No.1

Erinnert ihr euch noch an den Strang Sockenwolle mit Baumwolle, welchen ich von ⇨ Frau Odersocke zum testen erhalten habe? (Wenn nicht, dann bitte ⇨ HIER noch einmal kurz nach lesen.)
Nun, heute möchte ich euch zeigen was aus dem Strang entstanden ist.


Ein hübsches Paar kurzer und sehr angenehm zu tragende Sommersocken sind draus geworden. Und der Strang hat auch noch ganz wundervoll gewildert.


Anfangs musste ich mich ein bißchen einarbeiten. Was man auch am Bündchen und am Schaft der ersten Socken ein klein wenig erkennen kann. Aber Hey, bei all meinen früheren Versuchen mit Baumwolle Sockenwolle bin ich nie auch nur bis zur Ferse gekommen, bevor ich aufgegeben habe. Nachdem ich hier die ersten Schwierigkeiten überwunden hatte, lief das Garn fast von selbst über die Nadeln.


Begonnen habe ich mit einem elastischem Anschlag, und einem normalen Rippen Bündchen. Den Schaft jedoch habe ich auf gerade mal 20 Reihen begrenzt. Normal stricke ich ja bis zu 60 Reihen.
Damit sind es keine Sneaker. Aber das sollten sie auch nie werden, denn ich laufe im Alltag Sommer wie Winter gerne in meinen gut belastbaren Trekking Schuhen herum, welche einen recht hohen Schaft haben um das Gelenk zu schützen. Die Socken sollten auf jeden Fall bis über diesen Schaft reichen, damit sie sich in den Schuhen nicht nach unten ziehen.


Den Rest der Socke habe ich wieder nach meinen gut bewährten Standard Maßen angefertigt.
Herzchenferse......


.....und einfache Bandspitze.


Die Socken sind wirklich sehr angenehm zu tragen. Das Garn ist weich, aber dennoch stabil. Und bisher ist auch weder etwas ausgeleiert, noch verfilzt. Frau Odersocke hat wirklich viele tolle und unterschiedliche Färbungen auf diesem Garn in ihrem ⇨ Shop. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und wenn ihr gerne etwas einfarbiges haben möchtet, schreibt sie einfach an. Sie erfüllt einem fast jeden Wunsch.


Fotografiert habe ich auf dem Kölner Ebertplatz, mit dem wasserkinetischen Brunnen im Hintergrund. Auch liebevoll der "Nagelbrunnen" genannt.


Der Ebertplatz war für mich persönlich schon lange ein gewisser Angstraum. Der Brunnen war jahrzehntelang sich selbst überlassen, der Platz permanent vermüllt, und wurde von Drogendealern und anderen Gestalten bevölkert. Selbst am Tage habe ich den Platz nur ungern direkt überquert. Aber leider ist dort auch ein sehr wichtiger und großer Knotenpunkt der Kölner U-Bahn, der sich nur schwer vermeiden lässt.
2017 dann erlangte der Ebertplatz traurige Berühmtheit, als bei einer Messerstecherei ein junger Mann ums Leben kam.


2018 formierte sich eine Bürgerbewegung, welche den Platz Stück für Stück wieder lebenswert machte. Die Brunnenanlage wurde mittels Spendengelder wieder in Betrieb genommen. Der Platz wurde ein wenig aufgeräumt und aufgehübscht. Baumscheiben wurden um Terrassen aus Holz ergänzt, auf denen man nun gemütlich sitzen kann. Die Bürgerbewegung organisiert viele Veranstaltungen unterschiedlichster Art und der Platz wird nun jeden Tag kontrolliert.

Es war sehr bewegend für mich diesen ungewöhnlichen Brunnen, dessen Wasserspiel ich eigentlich nur von Bildern aus Büchern oder Zeitungen kannte, nun mit meinen eigenen Sinnen plötzlich lebendig und voller Energie zu erleben.
Mein mulmiges Bauchgefühl jedoch konnte dieser Anblick leider nicht vertreiben. Alle Gestalten von früher konnte die Bürgerbewegung wohl nicht vertreiben, sie halten sich nun nur etwas mehr im Hintergrund als früher. Ich fühlte mich sehr beobachtet, als ich Kamera und Socken aus meinem Rucksack holte, und so wirklich entspannen oder konzentrieren konnte ich mich beim Fotografieren leider auch nicht.

Und leider, LEIDER, gab es zwischenzeitlich einen weiteren Zwischenfall auf dem Ebertplatz bei dem wieder ein junger Mann ums Leben kam. Aktuell werden Kameramasten auf dem Platz installiert, um diesen künftig intensiv überwachen zu können.


Mittwoch, 25. September 2019

Das bunte Schaf 2019

Nach dem Wollfestival ist vor dem bunten Schaf!
Das ist bereits seit einigen Jahren so, und auch in diesem Jahr wurden bereits auf dem Wollfestival die ersten Verabredungen für das bunte Schaf in Langenfeld getroffen.

Nachdem wir letztes Jahr in diesem lila Gartenbett so relaxt versunken sind, haben Frau Eule und ich  uns dieses Jahr ganz gezielt darum bemüht uns diese wundervolle Ecke zu reservieren. Im Nu hatten wir eine kleine wollige Basis dort eingerichtet, und jeder der mit uns verabredet war wusste wo wir zu finden waren.


In den ersten zwei Stunden haben wir den Trubel ganz entspannt an uns vorbei rauschen lassen. Als der erste Ansturm sich dann legte ist ein jeder von uns, immer noch völlig entspannt, mal kurz aber gezielt zu seinen Lieblingshändlern gegangen.


Das Ambiete im Treibhaus im Langenfeld war - wie immer - einfach nur wunderschön.
Die große gläserne Halle ist selbst bei Regen noch ein Genuss für die Sinne. Und die wirklich angenehme, nicht zu laut musikalische Untermalung tut ihr übriges dazu.  In diesem tollen ungetrübten Herbstlicht bin ich jedoch regelrecht in einen Rausch geraten. Als Fotograf sieht man oftmals so viel mehr als andere Menschen, nimmt so vieles mehr wahr, kann dies aber nicht immer so filtern wie "normale" Menschen.



Das sorgfältig ausgewählte Angebot an handgefärbten Garnen und Fasern, sowie die liebevoll erstellten Designs der Händler passen so wunderbar in diese tolle Location. Man kann gar nicht anders, als hier einen tollen Tag zu verbringen. Und die Händler tun mit ihrer fachkundigen Beratung ihr übriges dazu.


Auch die dort ansässige Gärtnerei hatte wieder jede Menge liebevoll hergerichtete Deko und bepflanzte Schalen im Angebot. Wenn ich einen Garten oder eine Terasse hätte, würde ich hier arm werden!




Weil das Wetter so bombastisch toll war, hatte ich mir drei Paar Socken und mein Shooting Equipment in den Rucksack gepackt. Zwar war ich mir nicht sicher ob sich ein Shooting im Treibhaus wirklich würde umsetzen lassen, aber ich wollte es zumindest versuchen.
Nächstes Jahr wird dies auf jeden Fall eine feste Größe in meinen Planungen werden. Das Ambiente im Treibhaus ist wirklich zauberhaft!


Nachdem jede von uns ihre Beute gemacht, und ich meine Shootings im Kasten hatte, haben wird den Rest des Nachmittags schön gemütlich plauschend in unserer Strickecke verbracht. Vielleicht hätte ich meine Socken nicht so auf dem Tisch präsentieren dürfen, denn unglaublich viele Besucher hielten uns zunächst wohl für einen Teil der Ausstellung. Wir wurden nach der Qualität des Sockengarns, und nach den Nadeln die eine von uns dabei hatte gefragt. Ja, sogar Fotos hat man von uns gemacht, weil man unsere Ecke so nett und ansprechend empfunden hat!


Geshoppt habe ich natürlich auch ein bißchen. Nach meinem Kaufrausch beim Wollfestival habe ich mir lediglich noch ein paar Stränge Sockenwolle bei Frau MeRo Colors heraus gepickt. Ich erwähnte ja neulich schon dass ich da derzeit ein bißchen süchtig nach bin.


Außerdem hat Frau MeRo Colors mir nach meinen Vorgaben und Wünschen diese wundervollen Ohrringe angefertigt und mir mit gebracht. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich sie beide, oder vielleicht nur jeweils einen tragen werde. Seit Jahren habe ich keine Ohrringe mehr getragen und es fühlt sich noch sehr ungewohnt an. Aber sie sind auf jeden Fall ein toller Hingucker.


Nun ist das bunte Schaf vorbei.
Aber wir freuen uns schon alle wahnsinnig auf das nächste Jahr.


Und wer mag und Lust dazu hat, man findet uns ganz hinten in der großen Halle, am lilafarbenen Gartenbett. ;-)