Montag, 28. September 2015

Septembermond!

Auf 4.30Uhr hatte ich mir meinen Wecker gestellt.
Für einen Montag Morgen ist das echt verdammt früh.
Eigentlich wäre ich gerne noch früher aufgestanden, aber ein bißchen Schlaf brauche ich dann doch noch. 

Zugegeben, ich war mir nicht sicher ob ich es wirklich schaffen würde so früh auf zu stehen.
In letzter Zeit war mein Schlaf eher komatös erschöpft, und Auf stehen mal wieder der reinste Kampf mit mir selbst. Aber ich wollte es zumindest versuchen. Denn schon am Abend zuvor sah der Mond, (der Supervollmond!) einfach nur grandios aus!

Als der Wecker klingelte, war ich mit einem Schlag hell wach. Und als ich aus dem Fenster blickte, sah ich einen Himmel voller Sterne. Aber keine einzige Wolke!
Innerhalb von 15 Minuten war ich durchs Bad, in den Klamotten, und mit meiner Kameraausrüstung draußen auf der Straße.


Ich war mir nicht sicher ob meine Kamera diesen dunkelroten, sogenannten Blutmond wirklich packen würde.
Nach über drei Jahren kenne ich das Gerät, und weiß auch um seine Grenzen. Hätte ich die Möglichkeit dazu gehabt wäre ich überdies weit aus der Stadt, und damit auch aus Luft- und Lichtverschmutzung heraus gefahren. Doch siehe da, mein technisches Wissen scheint die Grenzen der Kamera inzwischen auf zu wiegen. Nach ein einigen Fehlschüssen gelang es mir kurz vor Ende der Totalität doch tatsächlich noch, brauchbare Bilder zu erzielen.



Zwei mal noch habe ich den Standpunkt gewechselt, weil mir immer noch zu viele Lichtquellen um mich herum waren. Als es ich dann endlich eine dunkle Ecke gefunden hatte, musste ich fest stellen, wie hilfreich es sein kann seine Kamera blind bedienen zu können. In absoluter Dunkelheit bleibt einem nämlich keine auch andere Option mehr übrig!


Als der Mond langsam aus dem Kernschatten der Erde heraus wanderte, und seine linke Seite wieder beleuchtet wurde, konnte man im Lichtschein der Reflektion sogar für wenige Minuten einen Spektralbogen erkennen. Ein wunderschöner Anblick!
Leider hat die Kamera dieses Ereignis dann nicht packen können. Also habe ich nach zwei Versuchen aufgegeben und einfach nur zu gesehen bis es vorbei war.


Wie hell der Mond doch eigentlich das Sonnenlicht zur Erde reflektiert, merkt man auch erst wenn man zuvor die Dunkelheit der Mondfinsternis erleben durfte.
Fast fühlte ich mich geblendet, und die Kamera benötigte sofort umfangreiche Justierungen.


Sehr faszinierend empfand ich auch die langsame Wanderung des Kernschatten der Erde über die Mondoberfläche.
Ich muss zu geben, ich bin ein mondsüchtiger Sternengucker. Und einer meiner liebsten Anblicke ist eine schmale Mondsichel, welche entsteht wenn der Mond von der Seite angestrahlt wird. Betrachtet man den Mond dann ganz genau, und etwas länger, so erscheint die sichtbare Strahlungsgrenze verwaschen und unruhig.
Der Kernschatten der Erde jedoch bildet eine klare und harte Grenze. Und bietet zudem eine Optik, welche unter den normalen Mondphasen so nicht zu beobachten ist.


Nicht zu sehen ist übrigens der umwerfend schöne Sternenhimmel, welcher die Mondfinsternis begleitete. Ich habe noch nie, WIRKLICH NOCH NIE, mitten in der Stadt so unglaublich viele Sterne sehen können! Selbst bei Neumond nicht.
Manchmal habe ich echt nicht gewusst, ob ich nun lieber zum Mond, oder zu den vielen Sternen gucken soll. Kamera und Bilder hin oder her, alleine dafür hat sich das frühe auf stehen gelohnt!

Und für alle die sich jetzt fragen, wie mal solche Bilder überhaupt hin bekommt:
Man braucht zwingend ein Stativ, ratsam ist zudem ein Selbstauslöser mit Zeitverzögerung. Die Kamera sollte ein ordentliches Objektiv haben, Blende und Iso müssen manuell justierbar sein, und Langzeitbelichtungen sollten möglich sein. Frische Akkus sind ratsam. Und die Kamera sollte vor dem ersten Bild bereits einige Zeit draußen gewesen sein, damit sie sich der Außentemperatur an passen kann.
Der Rest ergibt sich dann aus der bereits vorhandenen Erfahrung mit der Fotografie und dem Umgang mit der Kamera. Vor drei Jahren hätte ich diese Bilder sicherlich auch noch nicht hin bekommen. ;-)




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