Dienstag, 17. April 2018

Langweilige Socken für den Gatten

Himmelherrgottnochmal!
Derzeit ist hier im Hintergrund schon wieder ganz viel in Bewegung, was meine Aufmerksamkeit erfordert. Dadurch komme ich kaum dazu meine Sozial Media Kanäle oder den Weblog zu pflegen.

Nach fast zwei Jahren habe ich, zum ersten mal überhaupt, eine wirklich heiße Spur was meine anhaltenden Sehstörungen verursachen könnte. Nun muss ich nur noch einen Arzt finden, der auch bereit wäre mich Ernst zu nehmen wenn ich davon erzähle.
Der Teenager befindet sich langsam in der Phase sich für einen Beruf (bzw. für ein Schülerpraktikum) zu entscheiden, und natürlich begleiten und unterstützen wir ihn dabei nach besten Kräften.
Und jetzt gerade z.B. packe ich meinen Koffer, um ein paar Tage zu meiner lieben Frau Eule zu fahren und ihr beim Umzug zu helfen.

Aber das alles soll hier heute gar nicht Thema werden.
Heute zeige ich euch erst einmal - ENDLICH - das letzte Paar Weihnachtssocken aus 2017.
Super langweilige Stinos, die mein lieber Gatte bekommen hat.


Der Gatte ist ja leider so ein typischer Kerl was Socken betrifft.
Bloß nix Buntes, schon gar nichts Wildes, und mit Mustern eher auch nicht!
Dafür bitte mindestens in dick und aus 6-fach Garnen.
Und weil das so ziemlich DAS ist, was ich dann auch eher NICHT im Schrank habe, musste ich im November GANZ SPONTAN zu Lauras Wollladen in der Kölner Innenstadt fahren um mir was schickes Langweiliges von Lana Grossa aus zu suchen. *ironie off*


Genug davon.
Zur Socke:

Am Bund wie immer flexibel angeschlagen und mit Rippen gearbeitet.


Langweilig und ohne großes Muster gearbeitet.
Stinos, aber mit ein paar Dehnungsfugen aus linken Maschen.


Herzchenferse, wie eigentlich immer.


Und Bandspitze, wie bei Männersocken auch fast immer.


Schlüsselanhänger Mini Socke gab es dieses mal nicht.
Zwar habe ich eines gemacht, aber das passt farblich eher zu den Socken die vor Weihnachten nicht mehr fertig geworden sind.


Diese nicht fertig gewordenen Socken sind übrigens auch jetzt immer noch nicht fertig.
Die sind irgendwie noch viel langweiliger, wie das erste Paar langweilige Socken, und ich muss mich da echt zu zwingen. Aber gut, bis nächstes Weihnachten sollte ich auch das geschafft bekommen!




Sonntag, 8. April 2018

Noch ein Weihnachtsstern

Neben den Weihnachtssternen für meine Jungs, von denen ich bereits im letzten Posting berichtet habe,  habe ich ein weiteres Sternenkissen für meinen lieben Seelenstreichler angefertigt.


Das Garn dafür hatte ich bereits 2016 beim bunten Schaf in Langenfeld erstanden.
Der Seelenstreichler stöbert hin und wieder ganz gern in meinem Stash, hatte plötzlich diesen Strang in der Hand und bat mich daraus irgendwann irgendwas für ihn zu stricken.


Leider war das Garn ein absoluter Fehlkauf, deshalb gibt es dieses mal auch ganz ausdrücklich keinen Link und keine Empfehlung zum Verkäufer/der Färberin.

Das Garn sah von außen so hübsch aus!
Und dann muss ich beim wickeln entdecken, dass sich im Inneren des Strangs jede Menge weiße Stelle verborgen haben. Ehrlich, das ist sooooo enttäuschend. Und so was will ich in einem Strang, von dem ich an nehme dass er gut durch gefärbt wurde, einfach nicht finden!
Auch ein weiterer Strang, welchen ich bei diesem Stand aus wählte, enthielt diese unschöne Überraschung.


Jetzt könnte man natürlich den Verkäufer kontaktieren und reklamieren. Aber ehrlich gesagt, ich habe auf solche Gespräche überhaupt keine Lust.
Wenn ich gezielt einen Strang Merino High Twist kaufe, und den entsprechenden Preis dafür bezahle, dann erwarte ich eine gewisse Qualität. Einen Fehlkauf lasse ich dabei sogar noch durch gehen. Kann ja mal passieren.  Da ich aber zwei Stränge in unterschiedlichen Färbungen habe, die den gleichen (versteckten) Mangel auf weisen, habe ich keinen Bedarf an Ersatzlieferungen von dieser Färberin.


Nach kurzer Rücksprache mit dem Seelenstreichler fiel der Entschluß, dennoch ein Sternenkissen daraus zu stricken. Wie schon bei den MeRo Colors Weihnachtssternen habe ich auch hier meine eigene Interpretationen der Anleitung Sternenkissen von Gudrun Ohle gestrickt.

Aber ganz ehrlich, zufrieden war ich nicht damit.
Durch die unzureichende Färbung und die vielen weißen Stellen wirkt das Strickstück irgendwie verwaschen und fleckig. So wie eine alte Jeans, die schon tausend mal gewaschen wurde. Das zu verstricken hat mir echt keine Freude bereitet.
Entsprechend habe ich wieder gemogelt, die Maschenzahl pro Nadel nicht voll ausgeschöpft, und so einen Rest von 25g übrig behalten.


Doch bei aller Unzufriedenheit meinerseits, den Seelenstreichler hat der Mangel nicht gestört. Und er hat sich auch sehr über seinen persönlichen Weihnachtsstern gefreut.








Dienstag, 3. April 2018

MeRo Colors Weihnachtssterne

Ja ja, ab jetzt sollte es eigentlich aufwärts gehen. So jedenfalls meine Vorstellung, als ich das letzte Blogposting tippte.
Und dann kam die Grippe, welche mich gepflegt für drei Wochen völlig außer Gefecht setzte. Nicht mal stricken ging mehr, so schlimm hat es mich erwischt. Doofe Grippe!

Dann war auch schon fast Ostern, der Gatte hatte ein wenig Urlaub, und ich war einfach mit anderen Dingen beschäftigt. So kommt es dass inzwischen April ist und ich immer noch Weihnachtsgeschenke habe, welche es nicht in den Weblog geschafft haben.
Zum Beispiel diese beiden Weihnachtssterne für meine Jungs.


Gestrickt habe ich die Sterne aus kuscheliger High Twist.
Verarbeitet habe ich zwei Wunschfärbungen, welche die liebe Frau MeRo Colors für mich in den Lieblingsfarben meiner Jungs angefertigt hat.

Genau die Farbe die ich brauche, auf genau der Qualität zu bekommen die ich mir für mein Projekt  wünsche, ist eigentlich schon unbezahlbar. Die Wunschfärbungen dann aber noch höchst persönlich bei einem unterhaltsamen Stricktreff überreicht zu bekommen, ist de facto nicht mehr zu toppen.
Ich liebe "meine" Handfärberinnen für diesen Service!


Die Idee für die schönen Weihnachtssterne basiert auf der Anleitung für ein Sternenkissen von Gudrun Ohle. Wie so oft habe ich mich NICHT an die Anleitung gehalten, und eine ganz eigene Interpretation gestrickt.


Statt in jeder zweiten Reihe, jeweils am Anfang und Ende der Nadel eine Masche zu zu nehmen, habe ich in jeder Reihe zugenommen, aber nur am Nadelanfang. Und diese dann auch noch stark links geneigt gearbeitet. Dadurch ergibt sich die schöne geschwungene Linie mit starker Abgrenzung.

Außerdem habe ich die Abnahmen in den Zacken der Sterne nur bis etwa zur Hälfte der Maschen in jeder zweiten Reihe gestrickt. Ab dann habe ich in jeder Reihe Abnahmen gearbeitet. So, wie ich es auch bei meinen Socken mache, um einen schönen runden Abschluss zu erhalten.

Die schönen wilden, sich ständig verändernden Marmorierungen ergeben sich aus der tollen Handfärbung durch Frau MeRo Colors. Und haben beim stricken genau jene Optik entwicklet, die ich mir vorgestellt hatte.
DANKE, liebe Frau MeRo Colors!


In der Anleitung wird mit Nadelstärke 2,5 gestrickt und so lange Zunahmen gearbeitet, bis man 51 Maschen auf jeder Nadel hat.
Ich habe mit Nadelstärke 3 gearbeitet, und nur bis 48 Maschen je Nadel gestrickt.

Natürlich habe ich durch meine Interpretation der Anleitung, dem Matrial und den größenen Nadeln einen anderen Verbrauch. Nach Abschluß hatte ich 15g Wolle übrig.



In einer Strickgruppe bei Facebook hatte ich aufgrund meiner Weihnachtssterne leider eine fiese Auseinandersetzung. 
Irgendwo, innerhalb einer geschlossen Gruppe die mir unbekannt ist, gibt es wohl eine Anleitung welche ein ganz ähnliches Ergebnis hervor bringt wie meine Interpretation. 
Und natürlich kann man sich dort nicht vor stellen dass irgendwer aufgrund seines Wissens und seines Könnens, eine ähnliche Variante hervor bringen kann. 
Da diese Anleitung nur innerhalb dieser geschlossen Facebookgruppe verfügbar ist, kann ich leider nicht überprüfen inwieweit überhaupt Ähnlichkeiten vor liegen. 
Jedenfalls wurde groß mit "Ideenklau" und "Copyright" um sich geschlagen, man war der Meinung ich müsste "auf jeden Fall von dieser Anleitung wissen, da es überall Bilder davon bei Facebook und im Internet gibt",  und man wollte mir sogar die Veröffentlichung in meinem Weblog untersagen. 

Naja, ich wünsche jedenfalls viel Spaß bei der Vorbereitung der mir angedrohten Klage und mache derweil ein wenig Popcorn! 


Aver genug davon, zurück zu den Sternen!

Während ich den blauen Stern schon recht frühzeitig fertig hatte, stand ich beim gelben Stern sehr unter Zeitdruck. Deshalb habe ich ein klein wenig gemogelt, und vier Reihen weniger gestrickt. Also nur bis ich 44 Maschen auf jeder Nadel hatte.


Nun könnte man meinen, die vier Reihen fallen nicht weiter ins Gewicht.
Wenn man jedoch auf fünf Nadeln jeweils mehr als 40 Maschen strickt, sind das pro Runde schon mehr als 200 Maschen. Auf vier Runden gesehen, sprechen wir bereits von über 800 Maschen. Und das nur im Mittelteil. Bei den fünf Zacken muss ich dann ja auch jeweils 4 Reihen weniger stricken.
Zusammen genommen ergibt das eine Zeitersparnis von einigen Stunden!

Da ich mit weniger Maschen gearbeitet habe, ist auch entsprechend mehr Rest übrig geblieben. 
20g um genau zu sein.


Zum Verschenken habe ich die Sterne mit Zellophan umwickelt, und aus neutralen Papiertüren weihnachtliche Geschenktüten gestaltet.

Darüber, dass meine Jungs die Sternkissen an sich gerissen und nie wieder her gegeben haben, brauche ich nicht ausführlicher zu berichten. Oder?


Man kann die Sternenkissen auch gut aus Restbeständen oder anderen Garnmengen stricken.
Dazu empfehle ich die Wolle zu wiegen.

Ein Beispiel:
Bei einem Wollbestand von 80g, werden die beiden Mittelteile je aus etwa 20g Wolle gestrickt. Also während dem Stricken das Garn immer mal wieder auf die Küchenwaage legen, und wenn 20g verbraucht wurden die Maschenzahl notieren. Die zweite Mitte ebenfalls bis zu dieser Maschenzahl arbeiten.
Da der Stern symetisch ist, kann man dann mit den restlichen 40g Wolle ganz entspannt die Spitzen stricken.


Donnerstag, 8. März 2018

Dies und Das und Endlich Aufwärts

Es war im letzten Blogposting schon zu sehen und zu lesen, der queere Teenager hat sich verändert. Und wir haben ihm dabei sogar geholfen!

Der Teenager wünschte sich ein wenig Farbe fürs Haar, einen Ohrring, und einen gänzlich anderen Kleiungsstil. Also waren wir zusammen shoppen, haben das Badezimmer versaut, und außerdem ein paar Accessoires zusammen gestellt.


Kennt ihr den Spruch Kleider machen Leute?
Aus dem Teenager wurde innerhalb weniger Stunden ein ganz neuer Mensch.
Zugegeben, an die Skinny Jeans mussten wir uns zunächst gewöhnen. Aber wir sind uns trotzdem einig: Er sieht verdammt gut darin aus!



Im Februar hat der Gatte seine Prüfung bestanden!
Endlich!

Leider hat uns das vorher noch einmal ordendlich Nerven, Geduld und Kraft gekostet.
Denn die Prüfung wurde von der IHK von Ende Januar auf Ende Februar verschoben! Und das sehr spontan, am Freitag vor der Prüfung. Das widerum hat einen kleinen bürokratischen Irrsinn ausgelöst. Denn die Bewilligungen, welche an die Umschulung gebunden waren, galten natürlich nur bis zur geplanten Prüfung Ende Januar.
Als das dann endlich alles geklärt und geregelt war, begann ein langes und quälendes Warten auf Tag X. Zuletzt war die Anspannung so groß, dass nicht mal mehr stricken möglich war.



Im Februar wurde auch das Wetter ganz langsam etwas besser.
Es war zwar oftmals tierisch kalt, aber dafür hatten wir endlich wieder Sonne in Köln.
Alles in mir brannte darauf, endlich wieder ein Outdoor Shooting zu machen. Doch immer wenn die Sonne schien hatte ich entweder keine Zeit, oder war gesundheitlich angeschlagen. Hatte ich dagegen Zeit und war fit, sah es draußen fast immer so aus:


Drei verdammt lange Wochen ging das so! Das war gelinde gesagt..... FRUSTIEREND!
Aber dann, Ende Februar, passten Wetter und Freizeit endlich zusammen. Und diese vier Schätze durften neben Wuffi an der Deutzer Werft ins eiskalte Sonnenlicht.
Zwei davon bleiben als Alltagssocken bei mir. Die anderen zwei schicke ich demnächst auf die Reise zu lieben Freunden.


Ich mag es wenn es kalt ist. Ganz ehrlich.
Wenn es im Winter nicht wenigstens für ein paar Tage klirrend kalt ist, geht es mir richtig mies. Warm und Winter, scheint nicht in meinen Biorythmus zu passen.

Früher habe ich NIE eine Mütze gebraucht. Egal wie kalt es wurde.
Doch letzten Winter habe ich leider zu spüren begonnen, dass ich eben kein junges Mädchen mehr bin. Deshalb wollte ich mir für diesen Winter endlich eine schicke Mütze stricken.
Meine Wahl fiel auf diese Anleitung für eine Wurm Mütze. Aber natürlich konnte ich mich mal wieder nicht an die Anleitung halten, und habe mein ganz eigenes Ding draus gemacht.


Weil ich im November meine Lieblings Handstulpen an die nette alte Dame von der Bushaltestelle verschenkt hatte, habe ich mir aus den Resten noch flugs neue Stulpen gestrickt.

Eine Anleitung dazu gibt es nicht, die Stulpen sind nach eigenem Design entstanden.


Mütze und Stulpen passen übrigens farblich zu meinem blauen Criss Cross aus dem letzten Jahr. So dass ich jetzt eine komplette Garnitur zusammen habe.

Und da wir schon beim Thema Criss Cross sind:
Aus der tollen Cool Wool in Regenbogen Farben, welche ich neulich von der lieben Frau Eule bekommen habe, habe ich einen weiteren Criss Cross begonnen. Seitdem wird gescherzt, dass ich nun wohl jedes Jahr einen anderen Criss Cross stricken werde.
Weil genug Restwolle übrig bleiben wird, werde ich auch zu diesem Tuch noch passende Stulpen an fertigen. Das wird dann gleichermaßen Hingucker wie Statement! Vor allem, wenn der queere Teenager mich begleitet.


Der Fast-Teenager wird von uns zuweilen liebevoll Bestie genannt. Intelligenz Bestie!
Und Bestien brauchen Futter. Kopf Futter!

So haben wir jetzt ein Schachspiel.
Der Fast-Teenager ist bei seinem Freund damit in Berührung gekommen. Und hat die Regeln natürlich Ruck Zuck verstanden. Ich nicht, wenn ich ehrlich bin. Auch wenn ich die Spielanleitung inzwischen mehrmals gelesen habe. Vielleicht gelingt es mir, wenn der Kopf demnächst endlich Sorgenfrei ist.
Bis dahin spielt der Fast-Teenager weiter mit seinem Freund. Zur Not auch via Video Chat.


Außerdem genießt der Fast-Teenager es derzeit sehr, das Kind einer handarbeitenden Mutter zu sein.
Dieses Schuljahr wird statt Kunst nämlich Texilunterricht erteilt, und ganz viel mit Wolle gearbeitet. Dass des Fast-Teenagers Werke dank meiner Sammlung an bunten Wollresten immer besonders farbenfroh sind, deshalb natürlich auch besonders hervor stechen, und immerzu mit sehr gut bewertet werden brauche ich wohl nicht näher zu erklären.


Nach langer langer Auszeit war ich mal wieder auf einem Stricktreff.
Einem kleinen privaten Kreis bei der liebreizenden Frau Alice im Wunderladen. Wir haben viel gescherzt und ebenso viel gelacht. Und das wiederum hat mir verdammt gut getan!
Wuffi hat derweil mit "der Praktikantin" angebandelt. (Und wer wissen will, was es mit "der Praktikantin" auf sich hat, der muss in die Facebook Gruppe "lieb und reizend" kommen.)


Eine kleine Beute habe ich mir auf diesem Treff auch gegönnt. Think Outside the Sox.
Englischsprachig zwar, aber mit vielen tollen Bildern und Mustercharts nach denen man arbeiten kann wenn man bereits zu den fortgeschrittenen Strickerinnen gehört. Und voller neuer Inspirationen für mich!


Auf meiner Blog To Do stehen jetzt noch drei Sternenkissen, ein Paar Gattensocken von Weihnachten.
Danach kann ich dann endlich beginnen, euch meine neuen Alltagssocken zu zeigen.



Mittwoch, 28. Februar 2018

Einfach mal den Kopf frei bekommen.......

Der Suizid im Freundeskreis des queeren Teenagers im letzten Jahr, hat diesen leider in eine richtig schwere Krise stürzen lassen. Das Gefühl des "Nicht haben Helfen können" war übermächtig und hat nicht nur Alpträume ausgelöst, sondern auch starke Selbstzweifel und zeitweise leider eine richtig schlimme depressive Phase.
Mitten in dieser schweren Zeit, mussten dann auch noch einige richtig schmerzhafte Enttäuschungen verarbeitet werden.

Zusätzlich zu seinen eigenen Problemen, war sich der Teenager natürlich auch unserer Probleme bewusst. Hat gesehen dass ich seit dem Grippalen Knock Out über Weihnachten einfach nicht mehr auf die Beine gekommen bin. Und hat auch unsere unglaubliche Anspannung vor des Gatten Abschluss Prüfung wahr genommen.
Ganz klar dass man als Teenager mit alledem emotional einfach überfordert ist, und auch die Seele entsprechend leidet.

Ich war mir nicht immer sicher, ob wir das als Familie alles noch alleine schaffen. Oder ob wir nicht doch professionelle Hilfe dazu holen müssten. Doch gerade nach meinen ganz persönlichen Erfahrungen mit "professioneller Hilfe" im letzten Jahr, habe ich mir da echt selbst im Weg gestanden.
Die Auseinandersetzung mit den Problemen des Teenagers war alles andere als einfach, und manchmal auch schmerzhaft. Für ihn ebenso wie für uns Eltern. Und insbesondere ICH habe gegenüber dem Teenager hin und wieder auch klar ausformuliert was ich bereit bin mit ihm zu ertragen und zu durchleben, aber auch aufgezeigt wo meine persönliche Schmerzgrenze liegt und der Punkt erreicht ist wo ich ihm alleine nicht mehr helfen kann.

Rückblickend betrachtet muss ich sagen, dass es gerade diese klaren Grenzen waren die dem Teenager die nötige Sicherheit gegeben haben sich erholen zu können. Aber auch der damit verbundene Spielraum, der es dem Teenager ermöglichte seine Emotionen durchleben zu können.
Und nach vielen großen, kleinen, schwierigen, schmerzhaften, aber auch befreienden Gesprächen war es schließlich an der Zeit dem Teenager zu zeigen wie man Sorgen dann bewusst los lässt. Wie man wieder zu seiner inneren Mitte, und damit zu sich selbst zurück findet.

Dazu mussten wir raus. An die frische Luft. Zu Väterchen Rhein!


Unserer Lieblingsplatz, an dem wir im Sommer immer so herrlich entspannen können, ist leider Überflutungsgebiet und stand mit dem Hochwasser zum Jahresbeginn wochenlang unter Wasser. Derzeit dürfte der Boden dort weitflächig extrem aufgeweicht und inzwischen wohl steinhart gefroren sein. Bedingungen die mein gerade verheilter Bänderriss im Fuß bestimmt eher nicht so lustig findet.

Deshalb sind wir zur Deutzer Werft ausgewichen. Einem weitläufigen Gelände im Stadtteil Deutz, direkt am Rhein gelegen, mit grandiosem Blick über das gesamte Panorama Kölns!


Frostige Minusgrade und ein eiskalter Ostwind sorgten dafür, dass wir diesen Ort fast für uns alleine hatten. So konnten wir ganz ungezwungen miteinander reden, und allen möglichen seltsam wirkenden Quatsch veranstalten ohne dabei gestört zu werden. Ein atmen und aus atmen zum Beispiel. Den Wind spüren, die Kälte schmecken, das Wasser riechen und die Sonnenstrahlen unter der Wasseroberfläche sehen.

Beim Blick über das Köln Panorama kommen ganz von alleine außerdem noch starke Heimatgefühle auf, die sich wunderbar nutzen lassen um sich zu erden und die innere Stärke wieder zu finden.


Irgendwo zwischen dem hier und dort und jetzt, konnte der Teenager dann endlich los lassen und entspannen. Die Köperhaltung wechselte von gebückt nach aufrecht. Ein leises Lächeln huschte über das Gesicht. Und ich war unendlich erleichert!


Normalerweise hätte ich diesen Prozeß nicht unbedingt mit der Kamera begleitet.
Aber der queere Teenager wünschte sich für seine eigenen Projekte mal wieder aktuelle Bilder von sich. Und da das  Wetter zwar kalt, aber wirklich hervorragend war, haben wir das ganze mit einem ausgedehntem Outdoor Shooting verbunden. Bei dem natürlich auch ein paar nette Bilder für mich entstanden sind.


Und dann gibt es mitten auf der Deutzer Werft noch dieses grandiose Basketball Feld!
Im Sommer ist hier immer ziemlich viel los. Ich habe es wirklich noch nie Menschenleer gesehen. Dafür braucht es dann offenbar echt Minusgrade.


Auf einer alten preußischen Infanterieanlage aus dem Jahre 1818, der Rheinkehlmauer, sind dann noch ein paar ganz besonders schöne Bilder vom Teenager entstanden.


Immer wenn man in Köln solche Mauern mit Basaltsteinen sieht, kann man sich sicher sein an einem geschichtsträchtigem Ort zu stehen. So auch an dieser Stelle. Denn hier befindet sich die Wiege des deutschen Schäferhundes! Aber das erzähle ich euch in nächster Zeit einmal in Verbindung mit einem Socken Shooting.


Ein wirklich toller Ort mit grandiosen Möglichkeiten für ein Outdoor Shooting. Wir beabsichtigen im Frühjahr oder Sommer noch einmal her zu kommen, wenn man keine dicken Jacken mehr braucht.
Außerdem möchten wir hier ein paar Strickstücke in Szene setzen, an denen ich derzeit noch arbeite, und die keine Socken sind. Aber dafür müssen wir uns ja nicht den A.... ab frieren!


Und ja, der Teenager hat sich verändert.
Nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich.
Aber auch dazu erzähle ich an anderer Stelle einmal etwas mehr.


Mittwoch, 21. Februar 2018

Dies und Das und Regenbogenwolle

Für den Januar hat die liebe Frau Jetztkochtsieauchnoch einen "Mach das UFO fertig Kal" ausgerufen.

Mitmachen konnte jeder, der unfertige Strickprojekte herum liegen hatte und diese endlich zu Ende bringen wollte.  Also habe ich einmal meine Socken UFOs zusammen getragen, die über den Jahreswechsel in verschiedenen Körbchen und Taschen hier herum lagen.


Naja, ich war leider nur mäßig erfolgreich. Und Bilder gemacht habe ich auch nicht wirklich. Zu viel Krankheit, zu viel Leben, und ein paar andere Katastrophen haben mich im Januar mehr beschäftigt als das Hobby.

-bei No.1 ist leider nicht eine einzige Masche hinzu gekommen.
-No.2 ist dagegen fertig geworden.
-bei No.3 ist eine Socke fertig, und die zweite immerhin schon begonnen.
-No.4 hat trotz Gr.44 so viel Freude bereitet, dass beide Socken fertig sind.
-No.5 ist dagegen nur bis knapp über die Ferse gewachsen.


No.6 ist neu hinzu gekommen, weil ich neben den ganzen Stinos kurzfristig etwas anspruchsvolles zur Ablenkung brauchte. Bei Stinos hat mein Kopf leider zu viel Freiraum zum Nachdenken, und in diesem Fall wollte ich Stricken um etwas anderes zu vergessen. Zumindest kurzfristig!

Es sind Spezial Mojos aus verschiedenen Resten, welche am Ende kunstvoll gestaltete Socken in Sondergröße ergeben sollten. Und auch wenn ich meine Reste alle ganz gut kenne, und noch ganz genau weiß wie sich die Färbungen beim stricken verhalten haben, habe ich bei fast jedem Farbübergang nach 10 bis 15 Reihen wieder geribbelt um mit einer anderen Farbe noch einmal neu zu beginnen. Weil es mir nicht gefallen hat, oder weil die Harmonie nicht stimmte, oder oder oder........
Das hat mich unglaublich viel Zeit gekostet, aber immerhin den Kopf erfolgreich in Anspruch genommen.
Irgendwann muss ich die ganzen (korrigierten) Notizen einmal ins Reine schreiben. Und die zweite Socke geht dann hoffentlich etwas flotter. Immerhin muss ich diese ja nur noch nach stricken!


Während ich an den Spezial Mojos getüfelt habe, hat die liebe Frau Odersocke mir ein paar Regenbogen Wunschfärbungen angefertigt.
Gibt es etwas schöneres als Päckchen mit bunter Sockenwolle zu bekommen? Ich denke nicht.


Weil Wunschfärbungen eben etwas Zeit in Anspruch nehmen (ganz besonders im Winter, wo die Wolle nicht so schnell trocknet), ich aber ganz dringend ein bißchen frische Farbe brauchte, bin ich zwischenzeitlich noch einmal bei Lauras Wollladen in der Kölner Innenstadt vorbei gegangen und habe diese vier Schätze adoptiert.


Dann hat es meine liebe Freundin Frau Eule, welche anderthalb Jahre in Thüringen im Exil leben musste, endlich zurück ins Rheinland geschafft. Bei ihrem ersten Besuch bei mir drückte sie mir eine bunte Tüte Lana Grossa Cool Wool in Regenbogenfarben in die Hand und sprach: "Hier, statt Blumen! Ich dachte mir von Wolle hast Du einfach mehr."

Na, und OB ich da mehr von habe als von Blumen!


Im Januar hatte ich auf meinem Weblog die Socken "Ein Monarch für Lisa", "Quitschgelbe Shoppersocken" und "Dunkelbunte wilde Würmchen Socken" aus den tollen Färbungen von Sonja`s Wollanstalt gezeigt.
Sonja Janssen hat sich sehr über meine tollen Fotografien und die lieben Worte gefreut. Und weil ich im Januar immer noch so sehr unter Krankheiten und dem ewig trüben Mistwetter in Köln gelitten habe, hat sie mir zur Aufmunterung ein kleines Päckchen geschickt.
Darin waren Schokolade, ein leckerer Tee, und ein wunderschöner handgefärbter Sonnenstrahl! Gefärbt wurde dieser Schatz auf einer neuen Qualität, Ferner Sockenwolle. Ich habe die Firma Ferner Wolle letztes Jahr auf der h+h handwerk und hobby in Köln kennen lernen dürfen, und freue mich nun sehr darauf diese Qualität verstricken zu dürfen.


Und dann war ja noch Karneval in Köln!
Subjektiv habe ich das Gefühl, dieser närrische Irrsinn wird jedes Jahr schlimmer, extremer und leider auch zunehmend gefährlicher. Vor allem in den Abend und Nachtstunden! Da kann die Kölner Politik und das Festkomitee noch so viele Erklärungen ab geben, welche die Bevölkerung vom Gegenteil überzeugen sollen.

Schon seit 2016 halte ich mich komplett von diesem Wahnsinn fern, und warte daheim den Aschermittwoch ab. Der Gatte dagegen ist, ebenso wie der Teenager, ein Vollblut Karnevalist! Da konnte auch seine Behinderung nichts dran ändern. Er geht feiern, komme was wolle! Und auch wenn manch ein Zeitgeist das absolut nicht verstehen kann (oder will), ich lasse ihn ziehen. Der Gatte ohne Karneval, das wäre so als würde man mir meine Kamera oder das Strickzeug weg nehmen. Das wäre seelische Grausamkeit!
Er zieht nie völlig alleine los. Immer sind Freunde dabei, die auf ihn auf passen und schützend in die Mitte nehmen. Und deshalb darf er - NEIN, SOLL ER - feiern gehen und Spaß haben dürfen so lange er es eben kann! PUNKT!


Während meine Männer also auf den Straßen Kölns dem Frohsinn nachgegangen sind, ist die liebe Frau Eule mit ganz viel Wolle vorbei gekommen und wir haben ein kleines privates Wollfestival gefeiert.
Nun sind meine Vorräte großzügig aufgefüllt, und mein Kopf sprudelt nur so vor toller Ideen über!


Allem voran natürlich Ideen für Socken.
Die tollen Anleitungen von Micha Klein sind übrigens immer für eine Inspiration gut, und stehen auf meiner To Do Liste stets ganz weit oben. Aber auch für weniger geübte Strickerinnen finden sich dort tolle Anleitungen.
Also, rein schauen. Es lohnt sich!



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