Freitag, 15. November 2019

Socken für Grit (1)

Als mein Mann letztes Jahr im Sommer mal wieder eine seiner großen und risikoreichen Operationen am Rückenmark hatte, kam ich eines Abends völlig erschöpft nach Hause und es wartete ein Paket auf mich.
Die liebe Grit von ⇨Grits Strickerei hat mir ein kleines Mut Mach Päckchen geschickt, mit zwei Knäueln hochwertiger Sockenwolle darin. Ich war total gerührt und habe Grit für 2018 in mein Sockenwunschbuch aufgenommen.


Blau, Grün und Petrol waren ihre Wunschfarben. Und weil ich gerade so auf diese Faded Socks abfahre, sind diese Schönheiten hier entstanden.


Begonnen habe ich mit einem einfachen Rippenbündchen, und dann gleich im Anschluß nach dem Schema der ⇨Anleitung von ⇨Purl and Knit die beiden Farben miteinander verblendet.


Die Herzchenferse habe ich ohne weitere Schattierungen oder Verblendungen eingefügt.


Zur Spitze hin habe ich dann wieder nach Anleitung verblendet und mit einer einfachen Bandspitze abgeschlossen.


Verstrickt habe ich einen halben Strang dieser Wunschfärbung von ⇨Frau MeRo Colors.


Und einen halben Strang von diesem Grün, welcher schon etwas länger bei mir liegt, und ebenfalls von Frau MeRo Colors kommt.


Wie so oft, gab es auch zu diesen Socken eine kleine Mini Socke obendrauf.


Geshootet habe ich im Juni 2018 auf einer Bank in unserem schönen Kölner Rheinpark.


Wie ich die Socken verpackt und verschickt habe, verrate ich euch dann im nächsten Posting.








Montag, 4. November 2019

Alltagssocken No.15

Nachdem mir meine ⇨ersten Faded Socks bereits so gut gelungen waren, habe ich weiter experimentiert und eine weitere Farbe mit ins Spiel genommen. Außerdem wollte ich sehen was heraus kommt wenn ich die Socken symmetrisch arbeite. Es hat irre viel Spaß gemacht diese Socken zu stricken.


Dieses mal habe ich mich allerdings nicht ganz an ⇨die Anleitung gehalten und den Abschnitt mit der Fading Technik auf wenige Reihen verkürzt.


Doch zunächst habe ich wieder mit einem Rippenbündchen begonnen.


An der Ferse habe ich die gleichen Einteilungen wie nach dem Bündchen verwendet, jedoch von der Ferse ausgehend gleichmäßig und jeweils nach unten wie nach oben gehend angewendet.


An der Spitze wieder die gleiche Einteilung wie nach dem Bündchen, nur in umgekehrter Abfolge.


Verstrickt habe ich ausschließlich Rest Knäuelchen.
Das Türkis sowie das Lila stammen aus von ⇨Frau MeRo Color und wurden bereits in den ⇨Stinos für Alex verstrickt.
Das Pink gesprenkelte Knäuel in der Mitte ist von ⇨CH Wolle und kam bereits in den ⇨Heimatlosen Stinos kurz zum Einsatz.


Geshootet habe ich vor der historischen Drehbrücke am Deutzer Hafen in Köln. Eine Lokation die ich schon lange einmal umgesetzt haben wollte.


Hätte ich jedoch daran gedacht dass diese Brücke am Wochenende für den Autoverkehr komplett gesperrt ist, hätte ich mich sogar mitten auf die Fahrbahn stellen können. Da ich aber unter der Woche dort war, blieb mir nur die katastrophal ungerade Bordsteinkante.


Zum Abschluß noch ein kleines Anekdötchen:
Auch diese kleine Wildbiene fand meine Socken ganz ganz großartig. Habe sie kaum überreden können, sich einen anderen Ruheplatz zu suchen.




Mittwoch, 30. Oktober 2019

Alltagssocken No.14

Schon etwas länger beschäftigte mich die Frage ob und wie man das Design, welches ich für meine ⇨ Handstulpen entworfen hatte, wohl am sinnvollsten auf Socken übertragen könnte. Können würde man es bestimmt, man müsste nur lange genug darüber nach denken.
Zu einer Zeit als ich gerade leider so überhaupt keine freie Zeit zum Denken übrig hatte, stolperte ich bei Instagram plötzlich über den Hashtag #FadedSocks. Via Google habe ich dann die Homepage von ⇨ Frau Purl and Knit gefunden, und ihre Anleitung für ⇨ Faded Socks. Also habe ich nicht lange gefackelt und sogleich das experimentieren begonnen.


Von den ⇨Weihnachtssocken des Seelenstreichlers war noch jeweils ein halbes Knäul Garn übrig, aus denen ich noch etwas für mich selbst stricken wollte. Da diese Kombination schon als einfache Stinos wirklich grandios aus sah, würden sie auch als Faded Socks bestimmt wunderschön werden.

Über das Garn habe ich mich allerdings gleich ein zweites mal geärgert.
Nach dem Kauf letztes Jahr musste ich beim Wickeln ja feststellen, dass die Stränge unterschiedlich groß waren. Bei Resteprojekten wiege ich meine Wolle immer, um ab schätzen zu können ob es auch wirklich noch reicht. Dabei musste ich fest stellen dass ich zwar noch fast 60g des hellen Garns übrig hatte, vom dunkeln aber weniger als 50g. Also hatten die Stränge nicht nur eine unterschiedliche Größe, beim dunklen Strang muss außerdem knapp 10g gefehlt haben!


Da es meine ersten Faded Socks waren, fehlten mir noch die Erfahrungswerte wie viel Garn ich in den einzelnen Abschnitten brauchen würde. Um nicht hinterher eine böse Überraschung zu erleben habe ich die Socken dann farblich gespiegelt. So würde ich von beiden Garnen genau die gleiche Menge verbrauchen und hoffentlich aus kommen.
Es war eine verdammt knappe Sache! Von dem einen Garn blieb nicht einmal genug Rest übrig um daraus noch eine Mini Socke zu stricken.


Leider musste ich mich nach Fertigstellung noch ein weiteres mal ärgern. Denn das Garn hat extrem ausgeblutet und eigentlich alle zuvor strahlend weißen Stellen waren nun zart bis himmelblau eingefärbt.
Ich kann mir das wirklich nicht erklären. Bei den ersten Socken aus diesen Garnen für meinen Seelenstreichler hatte ich das Problem nicht. Und nun so was? Wie funktioniert das bitte?

Nichtsdestotrotz, die Socken sind ein Kunstwerk geworden!


Gestrickt habe ich nach meinen bewährten Standartgrößen für Stinos für mich selbst.
Begonnen habe ich zunächst mit einem Rippenbündchen. Dann noch weitere 10 Reihen, bevor ich mit dem faden nach Anleitung begonnen habe.


Die Herzchenferse habe ich ohne großen Schnick Schnack einfach so in jeweils der anderen Farbe eingefügt.


Bei der Spitze habe ich zunächst zurück gerechnet. Ab Spitze 10 Reihen zurück, dann die Reihen mit der Fading Technik, und so habe ich meinen Startpunkt für den ersten Farbwechsel erhalten. Im Anschluß daran wieder eine einfache Bandspitze.


Für das Shooting bin ich mit einem kleinen Klapptisch auf die Deutzer Werft gezogen.
Die offene Weite an dieser Stelle, das Basketball Feld und der Dom im Hintergrund machen diese Lokation einfach zu etwas grandiosem!


Leider sorgt die offene Weite auch dafür dass sich immer wieder kurze Windböen entwickeln können. Ich habe keine Ahnung wie oft mir die Füße vom Tisch gepurzelt sind, aber ich habe ewig gebraucht um das Shooting ab zu schließen.


Doch wie man sieht, diese Socken sehen selbst im Dreck liegend noch toll aus. Kann auch nicht jede Socke von sich behaupten.



Donnerstag, 24. Oktober 2019

Selfmade Projekttaschen und Wollbeutebeutel

Nach langer langer Zeit war ich endlich mal wieder in einem Stoffladen.
In den letzten Jahren fehlten mir zum Nähen sowohl die Muße als auch die Energie. Ich glaube so richtig habe ich zuletzt 2015, vielleicht sogar 2014, etwas genäht. Seitdem habe ich nur noch ein paar Milka Taschen zustande gebracht. Aber so langsam gingen mir selbst die Reste aus und ich brauchte ein wenig Nachschub.
Doch als ich die Stoffe so in der Hand hatte, habe ich unglaubliche Lust bekommen mir aus dem ein und anderem ein paar neue Projekttaschen zu nähen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich diese Lust bereits beim Wollfestival in Düsseldorf verspürt. Denn dort gab es wirklich jede Menge tolle handgenähte Projekttaschen. Allerdings habe ich den Gedanken daran ganz schnell wieder beiseite geschoben.


Nun habe ich mir ja für die nächste Zeit auch ein paar Großprojekte auf den Plan gesetzt, jedoch keine wirklich passende Aufbewahrungsmöglichkeit dafür zur Hand. Was liegt also näher, als sich "schnell" was passendes zu nähen? Jetzt, wo ich gerade meterweise frischen Stoff zur Hand habe.


Für meine Taschenexperimente habe ich diese hübschen Spooky Motive als Oberstoff gewählt, und ein bißchen Spinnen sowie Schnörkel Stoff für Innenfutter und Akzente.


Außerdem verschieden farbige Reißverschlüsse, Zackenlitze und diverse Bänder aus meiner Restekiste. Nun noch "schnell" ein paar Schnittvorlagen erstellt, und schon konnte es los gehen.
(Schnell = ich habe einen ganzen Vormittag damit zugebracht!)


Insgesamt sind drei Projekttaschen in unterschiedlichen Größen entstanden.
Von ganz klein, bis ganz groß. Alle sind absolute Unikate. Und weil ich eben schon so verdammt lange nicht mehr genäht habe, hat jede Tasche noch dazu ihre eigenen kleinen Fehlerchen.

Die kleinste Projekttasche ist 22 cm breit, und 15 cm hoch.
Ich wollte eine Tasche haben, wo ich genau ein Knäuel gewickelte Wolle samt einer einzigen begonnen Socke hinein bekomme. Denn je nachdem was ich tagsüber so vor habe, lasse ich mein Strickzeug häufig zu Hause weil ich den Platz im Rucksack für andere Dinge brauche. Oder weil mir meine herkömmlichen Projekttaschen für so ein Mini Projekt einfach zu groß sind.


Eigentlich hätte ich noch gerne eine kleine Schlaufe an der Seite eingenäht. Aber weil ich eben fünf Jahre lang nicht mehr genäht habe, und diese Tasche die erste war welche ich mir vorgenommen hatte, war ich so doof das Band für die Schlaufe auf die falsche Seite zu legen.
Nunja, nun ist es innen und hat keinen wirklichen Sinn. Aber was soll´s?


Jedenfalls hat die Tasche genau die richtige Größe für den Zweck zu dem ich sie genäht habe. Es passt genau ein gewickeltes Knäuel plus eine begonnene Socke hinein. Hurra! Nie wieder ohne Strickzeug aus dem Haus gehen.


Die mittlere Projekttasche ist 30cm breit und 20 cm hoch. Und hat damit in etwa Kulturbeutelgröße. Vielleicht ist sie auch ein bißchen größer.


An der Außenseite habe ich einen Streifen der hübschen lila Spinnen mit eingefügt, denn ich finde den Stoff viel zu Schade um ihn nur als Innenfutter zu verwenden. Das Innenfutter ist dagegen durchgehend geschnörkerlt.


Es passen zwei Knäuel Opal Sockenwolle hinein.
Oder ein Knäuel ungewickelte Sockenwolle und ein komplettes Sockenprojekt. Vielleicht auch ein begonnenes Tuch. Und mit gewickelter Sockenwolle sollten sogar zwei Knäuel plus die jeweiligen Socken hinein passen.
Jedenfalls würde ich diese Tasche wohl wählen, wenn ich zu einem Stricktreff fahren würde. Oder um meine Projekte vor kleinen Kindern und diversen Haustieren schützen müsste. Oder vor neugierigen Ehemännern.


Sowohl die kleine als auch die mittlere Tasche habe ich mit ein wenig Zackenlitze aufgehübscht. Aber im Nachhinein betrachtet hätte ich den Reißverschluß anders einnähen können. Oder sollen.


Die dritte Projekttasche war der Versuch etwas wirklich Großes zu entwerfen. Für große Tücher, Schals mit mehreren Knäueln, oder für Jackenprojekte und ähnliches.
Mit 30 cm Höhe, 28 cm Breite, und zusätzlich einer Tiefe von 12 cm, ist diese Tasche fast schon ein kleiner Koffer geworden. Und ich überlege schon eine ganze Weile ob ich noch entsprechende Henkel anbringen soll, damit diese Tasche etwas praktischer zu Handhaben ist.


Anders als bei den herkömmlichen Projekttaschen besteht der Boden hier aus einer durchgehenden Platte, was der Tasche einen stabilen Stand ermöglicht.


Der Plan war eigentlich, einen weit überstehenden Reißverschluß an zu bringen. Mit Hilfe der eingearbeiteten Bügelfalz an den Seiten, hätte sich die Tasche oben schön weit öffnen können. Leider habe ich dann gleich mehrere Fehler gemacht, und musste infolgedessen den Reißverschluß kürzen um die Tasche noch zu retten. Nun ist es eindeutig zu kurz und kann sich leider nicht mehr wie geplant schön weit öffnen. Bei der nächsten Tasche weiß ich besser!


Jedenfalls passen ganz locker 5 bis 6 ungewickelte Stränge Wolle hinein. Und sollte damit auf jeden Fall groß genug für ein Jackenprojekt sein.


Dann habe ich mir noch einen Wollbeutebeutel kreiert.
Beim Wollfestival in Düsseldorf gibt es jedes Jahr die tollen Goodie Bags. Sie sind groß genug dass man damit ausgiebig Wolle shoppen kann, und man kann sie sich bequem über die Schulter hängen.
Wenn ich aber gleichzeitig mit der Kamera unterwegs bin, ist diese Tasche leider eher hinderlich. Sie rutscht mir herunter, behindert mich in meiner Bewegungsfähigkeit, oder ich müsste sie zum Fotografieren wirklich jedes mal ab setzen. Ich war also entweder nur mit der Kamera, oder mit einer Tasche zum Shoppen unterwegs.

Während ich meine Projekttaschen genäht habe, entstand in meinem Kopf die Idee eines Wollbeutebeutels. Eine Tasche zum Umhängen, welche genau an meine Körpermaße und meine speziellen Fotografen Bedürfnisse zugeschnitten wäre wollte ich haben. So dass ich immer die Hände zum Fotografieren frei hätte und bei Bedarf meine Wollbeute einfach in die Tasche stecken könnte. Und einen breiten, stabilen aber gleichzeitig auch weichen Gurt sollte sie haben.

Gesagt, überlegt, entworfen, und genäht!


Die Tasche ist 40 cm breit und 35 cm hoch.
Oberstoff und Innenfutter habe ich im Innenren mit einer Lage Vliesofix versehen, so dass ein guter und stabiler Verbund entstanden ist.


Damit sich die Tasche optimal an meine breiten Hüften anschmiegen kann, habe ich den oberen Rand mit einem leicht runden Ausschnitt versehen. Und für die Optik mit ein wenig Zackenlitze aufgehübscht.


Der Gurt ist 140 cm lang, besteht aus zwei Lagen Stoff, und wurde ebenfalls mit Vlisofix verstärkt. Außerdem mit einer einfachen Steppnaht zusätzlich fixiert.


Ich habe keine Ahnung ob ich den Gurt technisch korrekt aufgesetzt habe, aber ich dachte mir dass es einer Naht bedarf welche die Zugkräfte vom Gurt auf eine möglichst große Fläche und mehrere doppelt gesetzte Nähte verteilt.


Auch diese Tasche kommt nicht ohne kleine Schönheitsfehler aus, so wie hier an der Zackenlitze. Aber so ist das eben, wenn man erst fünf Jahre lang gar nicht näht, und dann gleich mit eigenen Designs los legt.


Insgesamt entspricht der Wollbeutebeutel aber genau meinen Ansprüchen. Noch dazu ist er einzigartig, und oben drauf vielleicht sogar ein Wiedererkennungsmerkmal wenn ich damit auf Wollmärkten unterwegs bin.


Einen ersten Praxistest hat der Wollbeutebeutel übrigens mit Bravor bestanden.
Ich war mit ihm beim Westerwälder Wollfest, und hatte sowohl die Hände zum fotografieren frei, als auch immer eine Tasche in Reichweite um schnell und unkompliziert meine Beute einstecken zu können. Elf Stänge Wolle und etlicher Kleinkram waren zum Schluß gut und sicher darin aufgehoben.


Seit dem Westerwälder Wollfest zieren außerdem diese drei hübschen Buttons zwei meiner Projekttaschen und den Wollbeutebeutel.



Zum Schluß noch ein kleiner Hinweis:
Ebenso wie ich es bei den Socken handhabe, kann man auch diese Taschen bei mir NICHT kaufen und ich werde auch keine Taschen für einen Verkauf anfertigen.
Die Taschen sind für mich, und meinen persönlichen Gebrauch.
Vielleicht werde ich hin und wieder Taschen für liebe Freunde anfertigen, diese jedoch dann ausschließlich als Geschenk verwenden.
Bitte habt Verständnis für meine Haltung und seht von Anfragen via E Mail oder Privat Message über die Sozialen Medien ab. DANKESCHÖN!