Montag, 25. September 2017

Stricktreff im Cafè Olè Köln

Im Mai diesen Jahres war ich zum ersten mal zum Strickteff im wunderschönen Cafè Olè in Köln Sülz. Es liegt gleich neben der KVB Haltestelle Weyertal, und ist recht leicht zu finden.

Aus dem reichhaltigem Tagesangebot hausgemachter Kuchen wählte ich einen Schokoladen Mandel Kuchen. Als ich den ersten Bissen im Mund auf der Zunge zergehen ließ, war ich einfach nur glücklich.

Nie zuvor habe ich einen SOO GUTEN KUCHEN gegessen, wenn ich ihn nicht zuvor selbst gebacken hatte! Deshalb muss ich euch dieses wundervolle Café unbedingt zeigen und ans Herz legen!


Im Hauptraum des Cafès ist das Licht leider immer etwas dämmerig.
Vor allen an Regentagen.
Das ist zwar wirklich sehr gemütlich, aber für`s Fotografieren eher unpraktisch.
Aber neben dem Hauptraum gibt ja es noch den tollen, hellen Wintergarten.


Bei gutem Wetter sollte man sich jedoch unbedingt auf die schöne Außenterrasse setzen!
Hier werden auch schnell mal ein paar Tische zusammen geschoben, wenn man als größere Gruppe erscheint.


Wann immer es möglich war, haben wir diesen Sommer draußen gesessen.
Ich habe natürlich, wie fast immer, an irgendwelchen Socken gewerkelt.


So manche Dame strickt aber auch wunderschöne Stolen.


Und Häkelkünstler haben wir natürlich auch in unserer Runde.


In dieser entspannenden Atmosphäre kommt jedoch nicht jeder unbedingt zum stricken. Manchmal sitzt man mit seinem Kram auch einfach nur dabei und genießt die Stimmung.


Drinnen wie draußen steht auf jedem Tisch eine kleine Blumenvase.
Seinen Kuchen bekommt man auf vielen unterschiedlich gestalteten Tellern serviert. Ebenso hübsch und verschieden sind die Kaffeetassen. Mal mit Blümchendekor, mal mit Goldrand, und auch holländische Dekore habe ich schon gesehen.


Die hausgemachten Kuchen sind allesamt absolut empfehlenswert!
Das Angebot wechselt nahezu täglich. Und beinhaltet auch saisonale Kuchen.
Ich wähle seit vielen Wochen jedes mal einen anderen Kuchen für mich aus, und habe trotzdem immer noch nicht alles probieren können.

Hier ein mallorquinischer Mandelkuchen:


Ein kleines Beerentartlett mit Vanillecreme.


American Cheesecake!


Und ein russischer Zupfkuchen.


Wem der Sinn nicht so sehr nach süßem Kuchen steht kann unter verschieden belegten Broten, Dips mit Brot, oder kleinen Salaten wählen.


Und auch die Getränkekarte lässt kaum einen Wunsch offen.


Eine richtige kleine Oase ist das Cafè Olè.
Wo man sich auch wohl fühlt, wenn es einem mal nicht ganz so gut geht.


Der Service im Cafè Olè ist sehr nett, höflich und aufmerksam.
Und, was mich natürlich ganz besonders freut, ich darf in dieser traumhaft schönen Kulisse meine Socken in Szene setzen!


Für mich sind die Stunden im Cafè Olè jedes mal wie ein kleiner Urlaub.
Gerade in meiner schweren Zeit dieses Frühjahr/Sommer haben mir die Strickteffen hier sehr geholfen den Kopf über Wasser zu halten und nicht einfach auf zu geben.


Wer also einmal eine halbe Stunde oder auch etwas mehr Zeit übrig hat, und dem Streß des Alltags kurzweilig entfliehen möchte, dem kann ich dieses wunderschöne Café von ganzem Herzen empfehlen.
Bestellt euch einen Kaffee, wählt euch einen Kuchen aus, und lehnt euch entspannt zurück.
Ihr werdet es nicht bereuen!




Mittwoch, 20. September 2017

Es fährt ein Bus nach Nirgendwo!

Am 30.06.2017 wurde im deutschen Bundestag endlich, nach Jahrzehnten der Diskussion und des Kampfes durch die LGBTI Szene, ein Gesetz erlassen welches eine Ehe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Partnern ermöglicht.

Jetzt mögen einige denken, wieso denn das? Die können doch schon lange heiraten.
Nein, eben nicht. Bisher konnte man sich eine Lebenspartnerschaft eintragen lassen. Mit den Rechten und Pflichten der herkömmlichen Hetero Ehe hatte dies jedoch nur sehr bedingt etwas zu tun.
Zum 1. Oktober wird sich das nun endlich ändern. Mit weitreichenden Folgen, welche zum Beispiel auch das Steuer- und Adoptionsrecht umfassen.

Ich kann ja durchaus damit leben, dass es Menschen gibt die LGBTI´s oder die sogenannte Ehe für Alle grundweg ab lehnen. So lange sie mich mit ihrem mittelalterlichem Weltbild in Ruhe lassen! 

Womit ich weniger gut leben kann ist, wenn religiös geprägte Menschen Bibelzitate mit den Texten des Grundgesetzes vermischen, und mit diesen ganz eigenen Interpretationen der Sachlage dann Stimmung gegen LGBTI´s und alle anders Denkende machen!
Oder wenn einige wenige Menschen, die ihren christlichen Glauben voll und ganz aus leben, anderen ihnen völlig fremden Menschen das Recht und die Freiheit ab sprechen ihr Leben nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Aus dem einzigen Grund weil dieses Andere nicht in ihr beschränktes Weltbild passt.

Besonders verheerend wird es, wenn hochrangige Politiker diese Vermischung von Bibelzitaten und dem Grundgesetz dann im aktuell laufendem Wahlkampf wieder geben.
So äußerte sich kürzlich ausgerechnet eine Kölner Politikerin, sie habe im Bundestag zur Ehe für Alle mit Nein gestimmt, weil im Grundgesetz stünde eine Ehe dürfe nur zwischen Mann und Frau bestehen. Außerdem sei die Ehe für Alle nicht ausreichend definiert, denn Ehe für Alle würde ja bedeuten dass auch Geschwister nun heiraten dürfen.
(Ich war Angesichts dieser Aussagen so entsetzt, dass mir fast die Stricknadeln aus der Hand gefallen sind!)

Weder ist im Grundgesetz definiert, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau bestehen dürfe, noch ist die sogenannte Ehe für Alle ein Gesetz welches Verbindungen zwischen Geschwistern ermöglichen würde!
Ehe für Alle ist vor allem ein Begriff der entstanden ist weil man Beschreibungen wie Homo Ehe vermeiden wollte. Genau genommen heißt es "Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts".

Doch wer genug Geld zur Verfügung hat, gepaart mit einem fundmentalen Glauben, ist über sachliche Argumente eher selten zu erreichen. Und so wurde von einer kleinen AfD nahen Bewegung  eine Bustour durch zehn deutsche Großstädte geplant. "Demo für alle" wurde es genannt, und "Bus der Meinungsfreiheit" getauft.
Mit dem Ziel 220.000 Unterschriften zu sammeln, und letztendlich die Ehe für alle in letzter Minute zu kippen.

Familie soll bitte aus Mann + Frau = Kindern bestehen.
Kinder hätten ein Recht auf Vater und Mutter, und würden geschädigt wenn sie nicht in diesem traditionellem Familienbild auf wachsen würden. Ja, selbst Kinder von Alleinerziehenden wären bereits im Nachteil.
So ganz nebenbei kämpft diese Bewegung außerdem gegen jede sexuelle Aufklärung und entsprechendem Unterricht an Schulen. Mit dem Argument, man würde die Kinder Frühsexuallisieren und Verunsichern.
Sexuelle Vielfalt kommt im Weltbild dieser Bewegung nicht vor. Und jüngst präsentierte man sogar einen von Homosexualität "geheilten" jungen Mann.

(Ich möchte diesen Personen auf meinem Blog nicht wirklich eine Plattform bieten. Dennoch finde ich es wichtig, über das Thema und der "Demo für Alle" zu berichten.
Aber ich möchte mich auch nicht angreifbar machen, weshalb ich hier weder Namen nennen noch Verlinkungen setzen werde. Ich empfehle jedem Leser jedoch, einfach mal ein wenig zu googlen. Es gibt eine Homepage im Stil eines Weblogs, eine Facebook Seite, und natürlich werden auch Twitter und Co. genutzt.) 

Entlang der geplanten Bustour dieser Bewegung formierte sich schnell der queere Widerstand, und organisierte entsprechende Proteste und Gegendemonstationen.
Diese waren meist sehr bunt, und auch sehr laut. Sowie zahlenmäßig weit überlegen. 
Die Sprecher der "Demo für Alle" sahen sich daraufhin "Aggressionen und Hass" ausgesetzt. Man zog sogar Vergleiche mit der Reichskristallnacht und beanspruchte dabei für sich selbst die Opferrolle.

Der Bus der Meinungsfreiheit kam auch nach Köln.
Dort wollte man auf dem Bahnhofsvorplatz eine Kundgebung ab halten.


Wir waren dabei. Als Familie! Auf der Seite der Regenbogenfahnen!

Noch bevor der Bus der Meinungsfreiheit auf den Platz fahren konnte, stand die queere Szene zur Gegenwehr bereit. Ohne dass es Absprachen bedufte wurde der Bus mit bunten Fahnen und Tranparenten umziengelt, so dass der Bahnhofsvorplatz gar nicht erst befahren werden konnte.
Köln steht halt zusammen. Vor allem wenn es um die Rechte von Minderheiten geht oder es rassistisch wird. Das mussten in der Vergangeheit schon Pro Köln, Pro NRW und zuletzt die AfD fest stellen. 


Diese Blockade wurde mehrere Stunden erfolgreich aufrecht erhalten.
Außerdem verweigerten es die ansässigen Gastronomen am Bahnhofsvorplatz dem Bus für ihre Kundgebung eine Stromversorung zur Verfügung zu stellen. Was bei den Gegendemonstanten für lauten Jubel sorgte.

Die Gegenproteste waren vor allem eins:
Bunt, Kreativ, und Friedlich!


Zuweilen war der Gegenprotest auch ganz schön laut.
Aus einem "Haut ab" wurde ein "Eure Kinder werden so wie wir"!

Seitens der Bewegung wurde heftigst mit der Polizei diskutiert. Für mich sah es oftmals so aus, als verlange man von der Polizei den Gegenprotest auf zu lösen, was diese jedoch ab lehnte da es ein durchweg friedlicher Protest ohne jedes Gewaltpotential war.
Außerdem bestand man unbedingt darauf, die "angemeldete und genehmigte Kundgebung die hier blockiert würde" noch ab halten zu wollen. So dass nach einiger Zeit zwei Züge der Einsatzhundertschaft vor Ort ein trafen. Eine für mich völlig überzogene Polizeipräsenz!

Als sich unsere liebe Elfi Scho-Antwerpes von der Kölner SPD vor Ort ein Bild der Lage machte und mit Gegendemonstanten sprach, wurde sie verbal attakiert und  ihr vorgeworfen sich an der "Links-Bunten Blockade" zu beteiligen.
Außerdem wurde geäußert, "andere Meinungen als ihre Eignen" würde man in Köln wohl nur schwer ertragen, und sah sich Hass und Gewalt ausgesetzt. 


Es war erschreckend wenig bis gar keine Presse vor Ort!
Später wurden Pressemitteilungen der Polizei durch den Kölner Stadtanzeiger und dem Kölner Express verbreitet, nach denen es am Rande zu Rangeleien gekommen wäre und 150 Gegendemonstanten den Bus der Meinungsfreiheit blockiert hätten.

Aussagen, die für mich absolut nicht nachvollziehbar sind!
Es ist kein Geheimnis dass ich mich in Menschenmassen nicht sonderlich wohl fühle. Und nie hätte ich gelaubt, noch einmal auf eine Kundgebung oder ähnliches zu gehen. Aber zwischen diesem Haufen bunter LGBTI`s habe ich mich so sicher und wohl gefühlt wie nirgends sonst im öffenlichen Raum. Selbst um meinen Gatten mit seiner Behinderung habe ich mir zu keinem Zeitpunkt Sorgen machen müssen.

Auch weiß ich nicht wer die Gegendemonstranten wann gezählt haben möchte.
Es war Sonntag, bei allerbestem Wetter. Und der Bus war über Stunden komplett von einer dichten Menschenmenge umzingelt. Es waren sehr viel mehr als nur 150 Personen! Wenn ich schätzen müsste, käme ich locker auf 300 bis 400 Personen, oder sogar noch mehr. 

 

Unser queerer Teenager hat sich in "seiner Szene" natürlich pudelwohl gefühlt.
Es ist für mich jedes mal sehr bewegend wenn ich sehe, wie er stark und selbstbewusst mit seiner Regenbogenflagge durch die Öffentlichkeit läuft. Er alleine durch sein Outfit ein gut sichtbares Statement darstellt. Und sich so überhaupt nicht an den schrägen Blicken anderer stört.


Natürlich hat unser Teen auch bekannte Gesichter aus seinem queerem Jugendtreff, dem anyway Köln getroffen. So war beispielsweise anyway TV vor Ort, um mit den Demonstranten zu sprechen. Unter anderem wurde der Organisator der Gegendemo kurz interviewt.

Mein Teen hat in den Ferien selbst schon bei einigen Medienprojekten mit gewirkt, und war auch dieses mal hautnah dabei. Wenn ich folgende Bilder sehe weiß ich ganz genau wohin dieses Interesse führen wird. Und es erfüllt mich mit Stolz, einen solch selbstbewussten wie engagierten Teenager zu haben!


Durch ein geschicktes Manöver der Polizei wurde es dem Bus der Demo für Alle schließlich, mit über drei Stunden Verzögerung,  doch noch ermöglicht auf den Bahnhofsvorplatz zu gelangen, und dort so etwas wie eine Kundgebung ab zu halten. Gut geschützt durch die massive Polizei Präsenz.


Die Gegendemonstranten nutzen die örtlichen Gegebenheiten wie die aufsteigende Domtreppe, um sich dort zu formieren und einen Ohren betäubenden Lärm zu veranstalten.


Und wo waren meine Männer zu finden?
An vorderster Front im Gegenprotest. Trillerpfeifen blasend.


Ich liebe ihn!
Nicht nur weil er unseren queeren Teen einfach so akzeptiert wie er ist, und sich sogar mit ihm in der Öffentlichkeit zeigt. Sondern auch dafür, dass er ohne Rücksicht auf seine eigene Behinderung stundenlang auf der Straße steht und zusammen mit fremden Menschen für deren Rechte und Akzeptanz kämpft!


Während unten am Bus ein paar wenige Anhänger versuchten mit ihren begrenzten Mitteln (und ohne Stromversorung für die mitgebrachten Lautsprecher) ihre Kundgebung ab zu halten, sorgten die Gegendemonstranten dafür dass selbst in der ersten Reihe kaum ein Wort wirklich zu verstehen war.

Seitens der Demo für alle war später zu vernehmen man wäre mit Hass und Gewalt nieder gebrüllt worden. Außerdem wurde der Polizei noch Beteiligung am Kölner Küngel vorgeworfen!


Etwas erhöht von der Domplatte aus betrachtet sah die Situation so aus.
Von hier aus konnte ich auch eine ältere Dame erblicken, welche konstant einen Rosenkranz herunter betete und dabei furchteinflößend auf die bunte LGBTI Szene blickte. Ein eindrucksvolles Bild davon, welche Gesinnung hinter der "Demo für Alle" wirklich steht!


Hier oben bin ich auch mit dem ein und anderem unbeteiligtem Passanten ins Gespräch gekommen.
Fast alle zufälligen Zeugen haben sich gefragt: "Was ist denn das für ein Bus?"
Andere haben widerum gerätzelt warum die Kölner Schwulen etwas gegen Meinungsfreiheit haben.

Haben sie von mir oder anderen Leuten dann über die Hintergründe des Protestes erfahren, war oftmals zu hören "man solle die Schwulen und Lesben doch endlich mal in Ruhe lassen". Eine Meinung der ich mich nur zu gerne an schließe.



Erwähenswert ist auch, dass sich die Organisatoren dieser Bewegung gerne und schnell beleidigt fühlen wenn man ihnen AfD Nähe vor wirft, man aber andererseits keinerlei Probleme damit hat hochrangige AfD Politiker am Bus zu empfangen und sogar sprechen zu lassen.

Ich hoffe wirklich sehr, dass die Damen und Herren mit ihrem Bus und ihrer Unterschriften Aktion sang- wie klanglos untergehen. Sollten sie sich noch einmal in unser buntes und tolerantes Köln wagen, werden wir als Familie mit Sicherheit wieder im Gegenprotest stehen!






Freitag, 15. September 2017

Dies und das und queere Sachen

Nicht täglicher Kontakt macht eine Freundschaft aus, sondern die Gewissheit sich aufeinander verlassen zu können.

Manchmal, wenn auch sehr selten, bleibt eine solche Freundschaft sogar über hunderte Kilometer hinweg bestehen. Dann schreibt man sich nicht nur gelegentlich über Messenger, sondern telefoniert auch einmal stundenlang, wenn es Sorgen gibt die unbedingt irgendwo erzählt werden müssen. Oder es reisen nette Postkarten und Überraschungspakete mit Socken hin und her.

Und wenn es dann heißt "Hey, ich bin mal wieder in der Gegend, hast Du morgen schon was vor?" werden von jetzt auch gleich alle Hindernisse beiseite geschoben um füreinander Zeit zu haben.
Dann trifft man sich in früher schon besuchten Lokalen zum Stricken, Klönen, und es sich gut gehen lassen. Und es ist, als wäre es nie anders gewesen.
Als hätte es nie einen Umzug gegeben, und als würden nicht hunderte Kilometer zwischen einem liegen.

Danke, liebe Freundin Eule, für diesen wundervollen Abend mit Dir! *kuss*


Leider gibt es so Dinge, die braucht kein Mensch!
Ich persönlich sogar noch viel weniger! Aber danach fragt ja niemand.

Das folgende Bild lässt sich in etwa so erklären:
Ein nasser Zebrastreifen, ein voller Rucksack und zwei schwere Einkaufstaschen, ein Bus den man gerne noch erwischen möchte, ergibt...... ein sehr übler Sturz, mit anschließedem Besuch in der Ambulanz. Gebrochen ist zum Glück nichts, aber die äußeren Bänder hat es leider böse erwischt.
Und das alles nur zwei Tage vor dem Geburtstag des Fast-Teenagers!


Als ich bei meiner Hausärztin um eine weitere Schmerzmittelversorgung fragte, meinte diese (keinesfalls böse gemeint): "Sie wissen schon dass es etwas ungünstig ist wenn beide Partner nicht richtig laufen können?"
Und auch der Gatte macht sich dezent über mich lustig. Immerhin würde mein Hinkebein ja wieder heilen, im Vergleich zu dem Seinen.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

Doch wer meint, ich hätte ja jetzt ganz viel Zeit zum stricken, den muss ich leider enttäuschen. Von den Schmerzmitteln bin ich oftmals so was von zugedröhnt, dass ich mehr am ribbeln bin als ich zum stricken komme!


Beschäftigen wir uns also derweil mit anderen Dingen als Stricken.
Politik zum Beispiel.
Konkret: Meinen Briefwahlunterlagen!

Da es nun eher unwahrscheinlich ist dass ich zur Wahl gehen werde, muss die Wahl halt zu mir kommen. Nebenbei die perfekte Gelegenheit dem politisch stark interessiertem Teenager einen echten Wahlschein zeigen zu können. Und dem Fast-Teenager die Unterschiede zwischen Bundestagswahl und Landratswahl zu erklären. Oder gemeinsam via Google nach den vielen kleinen Partein zu suchen, die da auf dem Stimmzettel stehen.
So hat der dumme Fuß doch noch sein Gutes!


Und Geburtstag gefeiert haben wir auch noch.
Trotz Hinkebein und Schmerzmitteldusel im Kopf.
Irgendwie habe ich es sogar geschafft einen bunten Kuchen zu backen!
Ich kann nur nicht mehr so genau sagen, wie eigentlich..........


Seit unserem Outing als Regenbogenfamilie und meinem Bericht zum CSD werde ich öfters darauf angesprochen wie queere LGBTI Themen und bunte Stricksocken hier im Blog zusammen passen würden.

Ich finde es interessant, wie mein Weblog in der Öffentlichkeit wahr genommen wird.
Eigentlich ist dieser Blog ja gar kein reiner Handarbeit- oder gar Strickweblog. War er nie, und auch nie als solcher gedacht. Denn ich blogge ja schon viel länger als ich stricken kann!
Zwar bin ich erst seit 2012 bei Blogspot, jedoch war ich davor bereits auf einer Blogplattform vertreten die inzwischen schon gar nicht mehr existiert.

So richtig zum Sockenstricken bin ich erst in 2013 gekommen. Von da an war es jedoch noch ein verdammt langer Weg bis jedes Paar Socken zum kleinen Kunstwerk wurden. Die Sockenfüße habe ich auch erst seit 2014. Und erst seitdem gibt es auch richtig tolle Bilder von meinen Socken.
Dazwischen gab es schon immer Familien bezogene Postings auf diesem Weblog.
Nicht ohne Grund trägt dieser Blog einen Nicht-Handarbeit bezogen Titel. Ebenso nicht ohne Grund bin ich Frau Photoauge, und nicht etwa Frau Sockenstrickerin. So spezialisiert wollte ich es nie haben.

Daher ist es für mich kein Widerspruch gleichzeitig über bunte Socken und queere LGBTI Themen zu berichten. Auch wenn Socken stricken zunächst sehr konservativ erscheinen mag, während Queeres schon nahezu dramatisch Liberal ist; beides gehört in unser Familienleben und findet damit auch Raum in diesem Weblog.


In den Ferien waren der Teenager und ich zwei mal zum Outdoor Shooting in Köln unterwegs.
Er wünschte sich Bilder die keine Selfies mit dem Handy sind, für seine eigenen Webprojekte. 
Nun gehört die Protraitfotografie wirklich nicht zu meinen Stärken. Meine Talente liegen eindeutig ganz wo anders. Deshalb hatte ich bei den Shootings auch keine all zu großen Erwartungen.

Mit dem Teenager jedoch läuft selbst das wie von selbst, und es sind wunderschöne Bilder bei den Shootings entstanden ohne dass ich mich dafür hätte anstrengen müssen.


Kurz bevor diese dumme Sache mit meinem Fuss passierte, waren wir als  queere Regenbogenfamilie auf einer Demonstration in Köln.
Auf der Gegendemonstration der sogenannten "Demo für alle".
Eine Frau Hedwig von Beverfoerde tourt gerade mit einem großen häßlichen Bus durch zehn deutsche Großstädte, nennt das ganze "Bus der Meinungsfreiheit", und möchte doch eigentlich nur erreichen dass die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare verhindert wird.

Eigentlich selbstredend dass dieser Bus in Köln gnadenlos ausgepfiffen wurde!
Wir waren dabei. Als Familie! Haben Flagge gezeigt!
Als ich jedoch hier "nur so am Rande" ein paar Bilder zeigen wollte, wurde das Thema so umfangreich dass ich es lieber in ein eigenes Posting gepackt habe. Deshalb hier an dieser Stelle nur diese zwei schönen Preview Bilder, und dieser Tage gibt es dazu dann mehr Bilder und Informationen.


Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf meinen Teen!
Weil er trotz seiner jungen Jahre keine Angst davor hat sich in der Öffentlichkeit offen als Schwul zu zeigen.

Und ich liebe meinen Mann!
Weil er trotz seiner Behinderung stundenlang in der Menge steht, um mit anderen Menschen für deren Rechte zu kämpfen. Und weil er so überhaupt kein Problem damit hat, in der Öffentlichkeit neben seinem Sohn in Regenbogenflagge zu stehen!


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...