Mittwoch, 22. November 2017

Socken für Rote Haare

Eine liebe Facebook Strick Freundin schickte mir Mitte des Jahres, als mir wirklich schrecklich ging, ein kleines Mut Mach Paket. Als Dankeschön wollte ich ihr Socken stricken sobald es mir besser ginge, denn das bekommt sie selbst leider nicht hin.

Als ich sie nach der Lieblingsfarbe fragte, bekam ich zur Antwort "bitte nichts Gelbes, Pinkes oder Weißes". Letztlich ist es etwas tief Rotes mit einer ganz eigenen witzigen Geschichte geworden.


Ich hatte schon zwei Stränge Wolle zur Auswahl bereit liegen, die man als Dunkelbunt bezeichnen könnte. Dann sah ich bei Facebook ein Bild von dem frisch neu gefärbten Schopf jener Freundin. In wirklich wunderschönem Rot!

Socken passend zur Haarfarbe!
Habe ich bisher ebenso wenig gemacht, wie Stricken nach Metaphern. Hat aber ebenso viel Spaß gemacht, denn ich habe in meinem Stash tatsächlich einen passenden handgefärbten Strang Wolle dafür gefunden.


Leider hat die Wolle fast jedes Muster gefressen. Noch dazu musste der Schaft locker und dehnbar bleiben, denn die Freundin hat etwas stabilere Beine. Drei mal habe ich geribbelt, dann flog das Knäul frustriert ins Körbchen!


Wenn etwas nicht gelingt, ist es manchmal ratsam erst einmal etwas völlig anderes zu beginnen. Das lockert die Gehirnwindungen und löst Blockaden.

Ich habe also mit Weihnachtssocken begonnen, und verwendete dazu die Idee der Shopper Socken von Petra Körner. Bei Instagram habe ich diese Socken dann auch noch mit einem schönen Rollrand gesehen.
So ergab eines das andere, ich trenne alles komplett auf, habe das Knäul neu gewickelt und noch einmal ganz von vorne begonnen. Eine wirklich gute Entscheidung!


Begonnen habe ich mit einem doppeltem Rollrand, mit extra vielen Maschen.
Einige dieser Maschen habe ich für den Schaft dann wieder abgenommen, und so einen sehr dehnbaren Bund erhalten.


Den Schaft habe ich nach den Shopper Socken von Petra Körner gearbeitet.
Allerdings war ich aufgrund der Schmerzmittel, die ich in den ersten Wochen es Bänderrisses ein nehmen musste, zu doof um das tolle Vollpatent in Runden hin zu bekommen. Ich habe dann Halbpatent gestrickt, was mir nach den ersten Runden selbst im Halbschlaf noch gelungen ist.

Weil der doppelte Rollrand schon so viel Garn verbraucht hat, habe ich außerdem die Rapporte etwas variiert. Statt vier mal 10 Reihen Vollpatent zu stricken, habe ich je zwei mal 15 Runden im Halbpatent gearbeitet.


Nach dem Schaft wird der untere Teil der Socken als Stinos weiter gestrickt.
Ich habe zunächst eine Herzchenferste gearbeitet.


Den Stinoteil am Fuß habe ich mit unterschiedlich breiten Rippen versehen.


Den Abschluß der Socken bildet eine einfache Bandspitze.


Die tolle rote Wolle war handgefärbter Strang Sockenwolle von Dornröschen Wolle, und trägt den Namen "Allerletzter Novembernebeltag"!


Für das Outdoor Shooting  war ich Mitte Oktober bei allerbestem Herbstlicht am Mülheimer Ufer in Köln unterwegs. Noch auf Krücke, aber immerhin an "meinem" Rhein.


Weil es ein Geschenk sein sollte, und noch ein bißchen Garn übrig war, habe ich noch eine Mini Socke gestrickt aus der später ein Schlüsselanhänger wurde.


Als ich im Web die ersten Bilder dieser Socken zeigte, schrie eine andere sehr liebe Freundin von mir "Ich hätte auch gerne welche"!
Also habe ich die Shopper Socken noch einmal gestrickt. Aber das soll eine andere und ganz eigene Weblogstory werden.




Freitag, 17. November 2017

Socken mit Meeresrauschen

Aufgrund der Erkrankung des Gatten, und der sich daraus ergebenden Lebenssituation, werden wir schon eine ganze Weile von einer Sozialpädagogin begleitet und unterstützt. Diesen Herbst läuft die Hilfe nun leider aus. Und natürlich wollte ich zum Abschied ein Paar Socken überreichen.

Ich schickte also meine Jungs vor, welche die Schuhgöße und die Lieblingsfarben für mich in Erfahrung bringen sollten. Der Fast Teenager erzählte mir dann, unsere liebe Hilfe würde "Blautöne wie das Meeresrauschen" lieben.


Nach Metaphern oder Stichworten hatte ich bisher auch noch nicht gestrickt, ist aber eine durchaus interessante Vorgehensweise zur Muster und Farbauswahl.

Da die Dame recht schlanke Beine hat, konnte ich mich bezüglich des Musters ungezwungen aus toben.


Zur Umsetzung des Stichwortes "Meeresrauschen" wählte ich diese zwei handgefärbten Stränge Sockenwolle von Frau MeRo Colors aus, welche ich im Sommer auf einem liebreizendem Stricktreff erhalten habe.
Schon damals wusste ich, dass diese beiden Schätze zusammen verstrickt werden möchten.


Der Bund besteht aus einem 2 Rechts, zwei Links Rippenbündchen. Wobei ich sehr beabsichtigt auf 1 Links begonnen habe, weil dies dem späteren Musterverlauf entsprochen hat.


Für das Muster habe ich die schönen Fischernetze von Elke Becker gewählt.
Allerdings wieder nach meiner ganz eigenen Interpretation, welche ich auch im DiedreivomBlog-Kal schon gearbeitet hatte, und sich nicht ganz so arg zusammen zieht wie das Original.
Und wie man sieht habe ich das Muster wieder gespiegelt, so dass die Zöpfe einmal links herum führen und ein mal rechts herum.


Für die Herzchenferse bin ich auf der Hauptfarbe geblieben, und habe dieses mal nicht auf die Kontrastfarbe gewechselt.


Die schönen Zöpfe und Lochmusterreihen kommen auf der dezenten Färbung richtig toll heraus, und haben sich in dem wunderbaren Herbstlicht beim Outdoor Shooting auch super fotografisch in Szene setzen lassen.


Bei der Spitze habe ich dann wieder das Kontrastgarn gewählt, und eine weiche runde Schneckenspitze gearbeitet.


Für das Outdoor Shooting war ich Mitte Oktober, als sich der Herbst für einige wenige Tage von seiner goldenen Seite zeigte, im wunderschönen Blücherpark in Köln Bilderstöckchen.
Dort habe ich ganz gezielt das sanfte Licht der aufgehenden Morgensonne für meine Bilder genutzt.


Weil die Socken ein Geschenk sind, habe ich auch wieder ein Mini Söckchen gearbeitet. Hier noch ohne Ring und Karabiner zu sehen. Ich hatte nicht genug Zeit das vor dem Shooting noch an zu bringen.


Und JA, die Dame hat sich sehr gefreut. Aber auch ein wenig geweint.
Sie war gerne bei uns. Die Termine seien immer ein bißchen wie Urlaub während der Arbeit gewesen, hat sie gemeint. Ich dagegen bin einfach nur dankbar für den Rückhalt, den mir diese Hilfe oftmals gegeben hat.

Sonntag, 12. November 2017

Regenbogen Geburtstagssocken

Der Fast Teenager hatte im September diese tollen Regenbogensocken erhalten, nachdem sie für mich selbst zu klein geraten sind. Folglich musste ich für den queeren Teenager natürlich auch noch Regenbogen Socken stricken.
Nur gut dass ich genug des bunten Garnes gekauft hatte. Pünktlich zu seinem Geburtstag im Oktober waren seine Socken fertig und in Szene gesetzt.


Für den queeren Teenager habe ich das regenbogenfarbene Knäul Opal Surprise mit einem blau leuchtenden Knäul Opal Jubiläumswolle kombiniert. Weil Blau, neben dem Regenbogen, seine bevorzugte Farbe ist.


Bei den Socken des Teenagers ist es mir sogar gelungen  Farbsynchron zu stricken.

Wie man sieht, enden die Socken auf Gelb. Meine Alltagssocken No.6 beginnen und enden auf Gelb. Also habe ich das Garn gewogen, den Verbauch errechnet, und aus diesem Knäul als Zwischenprojekt die zweite Socken für mich selbst heraus gestrickt. Danach habe ich das Garn bis ins Pink herein abgewickelt, um auch hier eine identische zweite Socke zu erhalten. Letztlich sind keine 10g Restgarn mehr übrig geblieben.

Allerdings musste ich zwei mal hoch ribbeln, weiter ab wickeln und neu an setzen. Bei solch einem fließendem Verlauf ist es nicht einfach, nachträglich und ungeplant genau den richten Abschnitt zu treffen.


Begonnen habe ich wieder mit einem Rippenbündchen.


Ebenso wie beim ersten Paar, habe ich auch hier wieder das Sockengerippe von Frau Sprottenpaula gearbeitet.
Im letzten Posting habe ich noch erwähnt dass der Blog leider gelöscht sei. Inzwischen sind zumindest die Anleitungen wieder verfügbar.

Im Web hat es dazu viele - auch unschöne - Diskussionen gegeben. Wobei ich wirklich nicht verstehen kann, warum so viele Leute immer unbedingt genau das haben müssen, was gerade nicht (mehr) zu bekommen ist! Etwas, was ich auch bei meinen Eigenkreationen immer wieder erlebe. Da wird man angeschrieben, es wird gebettelt, dann wird diskutiert, und nur all zu oft wird es dann auch schnell beleidigend.
Es gibt so unendlich viele tolle Anleitungen, die frei im Web als Download erhältlich sind. Aber NEIN, es MUSS unbedingt DAS sein!


Weil es mir immer solch einen Spaß macht, habe ich auch hier wieder das Muster für die zweite Socke gespiegelt.


Ich kombiniere gerne Garne vom gleichen Hersteller/Färberin miteinander.
Weil eine Farbe selbst über mehrere Knäul und Chargen hinweg meist fast immer den gleichen Ton hat.
Hier fiel die Ferse zufällig auf den blauen Abschnitt der Regenbogenwolle. Geplant war das nicht. Aber weil das Blau der Jubiläumswolle den gleichen Farbton hat, fügt sich das Kontrastgarn wirklich PERFEKT ein!


Für die Ferse habe ich wieder die Herzchenferse gewählt.


Den Abschluß macht wieder eine einfache Bandspitze.


Und weil die Socken für den Teenager inzwischen auf Größe 44 gestrickt werden müssen, die Sockenfüße aber schlanke Größe 38 haben, sieht die Spitze auf den Fotos immer furchtbar unfotogen schlampig  aus!


Für die tolle Aussicht sind wir für das Outdoor Shooting zum Mülheimer Ufer in Köln gegangen.
Das war Mitte Oktober, als wir für wenige Tage endlich diesen tollen goldenen Herbst hatten, ich noch auf Krücke lief und der Fast Teenager deshalb als mein Assistent mit unterwegs war.


Atemberaubend ist es dort!
Da werde ich bestimmt noch das ein oder andere mal shooten gehen.



Dienstag, 7. November 2017

Outdoor Shooting im goldenen Herbst

Nachdem ich mir im September den Bänderriss zugezogen habe, hatte ich die Hoffnung auf ein Outdoor Shooting im Herbst schon fast aufgegeben. Denn wie soll man bitte fotografieren können, wenn einen die Füße nicht tragen.
Gerade ein gezieltes Shooting hat wenig mit "einfach mal was knispen" zu tun. Da muss ein Standort gefunden werden, oftmals bewegt man sich auf unebenem Gelände, und dann arbeitet man auch nicht unerheblich mit dem eigenen Körpergewicht um die besten Perspektiven für den Hintergrund zu erlangen. Weil auch der Kopf im höchsten Maße konzentriert arbeitet, bin ich nach den Outdoor Shootings meist völlig ausgepowert.


Doch irgendwie hat das Wetter mir diesen Herbst den Gefallen getan und war lange Zeit extrem ungemütlich. Das war zwar auch nicht unbedingt toll, hat mich aber wenigstens nicht in Versuchung geführt zu früh zu viel zu wollen, indem ich UNBEDINGT raus wollte.
So hatte der Fuß einige wertvolle Wochen Schonzeit - in denen mir unglaublich die Decke auf den Kopf gefallen ist - und war dann, als das Wetter endlich besser wurde zumindest halbwegs belastbar.


Es wurde ein Outdoor Shooting unter erschwerten Bedingen!
Die doofe Krücke ist mir sooooo sehr auf die Nerven gegangen. Und zur eigenen Sicherheit habe ich den Fast Teenager als Assistenten und Aufpasser mit genommen. Ein Glück! Denn auf dem tollen Spielplatz hätte ich wohl eher nicht geshootet, wenn das Kind nicht an der Schaukel kleben geblieben wäre.


Am Mülheimer Ufer hat mich kurz die Sehnsucht gepackt.
Da drüben, auf der anderen Seite, da sind unsere Lieblingspicknickplätze. Da ist "mein Rhein", mein gräsernes Meer, und meine Frustloswerden Laufstrecke. Und es war so unglaublich tolles Wetter!
Aber mit Krücke und instabilen Fuß wäre schon der Ausstieg an der KVB Haltestelle kaum möglich gewesen. Von einem Gang ins unbefestigte Gelände mal ganz zu schweigen.


Drei Paar Socken habe ich geschafft, dann hat den Fast Teenager die Lust verlassen.
Und auch bei mir war die Luft raus!
Noch kurz ein paar stille Augenblicke genießen, dann ging es nach Hause auf die Couch. Fuß hoch legen und Kräfte schonen.


Am nächsten Morgen habe ich ganz früh meinen Rucksack gepackt und bin in den wunderschönen Blücherpark in Köln Bickendorf gefahren. Ganz gezielt habe ich mir die Lichtstimmung der aufgehenden Morgensonne ausgewählt, um in dieser tollen Kulisse weitere Socken zu shooten.


Eine noch tief stehende Sonne wirft jedoch leider manchmal auch lange Schatten.
Hier hieß es für eine Weile ab warten, bis der Schatten der alten Kastanien vorüber ziehen würde.


Bei meiner Ankunft im Blücherpark habe ich mich noch über die Tischtennisplatte gefreut.
Das sind immer ganz hervorrage, meist völlig frei stehende Ablageflächen. Doch dann baute eine Schule, möglicherweise auch ein Verein, dort sein Equipment für ein Sportfest auf.

Damit war dieser Standort und der gesamte hintere Teil des Parks für mich leider Tabu. Denn: Keine fremden Kinder auf Bildern, die man gezielt veröffentlichen möchte!


Doch der Blücherpark bietet genug Alternativen.
Im hinteren Teil des Parks werde ich dann einfach ein anderes mal shooten gehen.


An diesem tollen Morgenlicht konnte ich mich kaum satt sehen!
Ich hätte den ganzen Tag da stehen können!


Das hier wäre auch eine tolle Kulisse für ein Socken Shooting gewesen.
Doch die Mauer ist ein bißchen uneben, es ging ein leichter Wind........


.......und die Socken waren genau so viel zu groß für die Füße dass sie an der Unterseite Wellen geworfen haben. Damit standen die Füße sehr instabil. und landeten dekorativ im Dreck!


Kurz habe ich noch darüber nachgedacht, die Socken entweder so hübsch im Dreck oder alternativ liegend zu shooten. Aber zufrieden war ich damit nicht. Ich habe eingepackt und mir eine andere Möglichkeit gesucht.


Letztlich habe ich diese Socken dann im - noch geschlossenen - kleinem Biergarten im Blücherpark geshootet.


Nach dem Shooting habe ich meinen Rucksack gepackt, und bin einfach noch eine Runde durch den Park gelaufen. Es ist so wunderschön dort, egal zu welcher Jahreszeit, aber im Herbst eben ganz besonders!


Außerdem hat es einfach nur gut getan, endlich wieder draußen zu sein.
Es hat gut getan, sich wieder ein wenig bewegen zu können. Auch wenn die Krücke tierisch genervt hat! Und es gut getan, die Sonne und die Wärme auf der Haut zu spüren.

Als ich mich später auf dem Heimweg gemacht habe, war ich so dermaßen entspannt und gut gelaunt, wie seit dem Unfall nicht mehr!

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