Samstag, 25. April 2015

Rückblick: Am Rhein

Wenn ich früher den Kopf frei bekommen wollte, bin ich mit der Kamera entweder über den Friedhof Melaten oder irgendwo am Rhein entlang gezogen. Dann kam 2012 und die Fotografie ist in der langen Phase bis Sommer 2013 irgendwie verloren gegangen.

Als ich kurz vor der OP des Gatten meinen Rucksack packte, wollte ich nicht unbedingt den Kopf frei bekommen, war aber gezielt auf der Suche nach ein wenig Einsamkeit. Und wollte nebenbei ein wenig Nervosität los werden.
Nach sehr langer Zeit war ich also mit der Kamera das erste mal wieder bei Väterchen Rhein.


Ein kalter Nordwind zog mir beständig die Haare aus der Frisur, aber mir war kein bißchen kalt dabei.
Der Himmel zeigte sich von seiner fotogensten Seite. Blauer Himmel mit dekorativen Wölkchen und beste Lichtverhältnisse weil Sonnenschein. Dazu gab es sattes Grün, und ganz viel Wasser.
Außer ein paar Hundemenschen und wenige Drachenflieger war außer mir kaum ein Mensch dort unterwegs.


Köln ist oftmals laut. Köln stinkt. Köln ist an vielen Ecken total vermüllt, verbaut, und an jeder Straßenecke finden sich Grafitis. Alles ist irgendwie viel zu Hektisch. Und das Kölner Grau kann bemerkenswert viele Farbschattierungen entwickelen, wenn man erst einmal genauer hin sieht.

Aber Köln kann auch Stille. Köln kann Weite und Einsamkeit. Köln kann sogar Schön, wenn man bereit ist danach Ausschau zu halten. Eben alles eine Frage der Perspektive.
Kaum zu glauben daß die folgenden Bilder mitten in Köln entstanden sind!


In diesem alten Baumstumpf stecken etliche Kronkorken.
Kunst? Keine Ahnung. Aber es hat wunderschön im Sonnenlicht geglänzt.


Wie man hier erkennen kann, ist vieles eben eine Frage der Perspektive.
So manche Kleinigkeit geht im Gewühl einer Großstadt leider völlig unter.
Nimmt man sich die Zeit etwas genauer hin zu sehen, gibt es jedoch unglaublich viel zu entdecken. Details die nur all zu schnell übersehen werden, rücken dann plötzlich überdeutlich ins Bewusstein. All dies zu sehen kann sehr erfüllend sein. Und sogar ein wenig Glücklich machen. ;) 


Ich bin gerne am Rhein.
Dieser mächtige Strom strahlt eine unglaubliche Kraft, gleichzeitig aber auch zeitlose Ruhe aus.
Viele halten es schlicht für Quatsch, für Esoterik oder Spiritismus. Aber wer bereit ist seinen Geist zu öffnen und diese Kraft zu spüren, der kann eine Menge davon in sich auf nehmen.
Sehr oft an diesem Tag habe ich einfach nur am Wasser gestanden und diese Kraft in mich aufgezogen. Den Geruch nach Wasser und feuchter Erde durch meine Nase gezogen. Die Wärme der Sonne auf meiner Haut gefühlt. Und den frischen Nordwind in meinen Haaren gespürt. Noch nie zuvor bin ich mit so viel Bewusstheit am Wasser entlang gelaufen.


Nur selten sieht man auf meinen Bildern, daß ich immer noch mitten in der Stadt war.


Eigentlich war dieser Tag schon Perfekt.
Doch dann kreuzte auch noch diese Schafherde meinen Weg und sorgte für einmalig schöne Fotografen Momente!


Wie ich so da durch gewandert bin, habe ich versucht mir vor zu stellen wie viele Socken man wohl aus einem dieser Wolllieferanten stricken könnte. Oder gar aus der ganzen Herde.  :-P


Das schwarze Schaf der Herde habe ich auch finden können. :-)


Von Deutz bis weit in die Poller Wiesen hinein bin ich an diesem Tag gewandert.
Selten bin ich weiter gelaufen. Doch nach der wunderschönen alten Südbrücke haben die Fotomotive leider merklich nach gelassen. Deshalb gab es erst auf dem Rückweg wieder schöne Bilder für die Linse.


Diese Brückenspielereien zum Beispiel:


Die Schafe waren auch noch an Ort und Stelle.
Köln Panorama der etwas anderen Art. Wunderschön, wie ich finde.
Habe große Lust mir das oder ein ähnliches Bild an die Wand zu hängen!


Fast hätte ich vergessen daß Wuffi auch noch mit on Tour war.
Der darf natürlich nicht fehlen. Ist immerhin ein wunderschöner Tag mit vielen Kraftmomenten gewesen.


Drei Stunden bin ich an diesem Tag gewandert, bis ich endlich angenehm erschöpft war.
Ein letzter Blick geht zu den Schafen zurück.


Vor der Heimreise wird noch schnell ein bißchen Energie gesnackt.


Und dann geht der Blick konsequent nach vorn!
Wie sehr sich diese Gedanken in den kommenden Tagen bewahrheiten sollte, konnte ich in diesem Moment natürlich noch nicht ahnen. Rückblickend hat es heute schon fast etwas prophetisches für mich.


Als ich Abend den Schlüssel in meine Türe steckte war ich perfekt im Gleichgewicht. Mit mir und Welt in innerem Frieden. Egal was kommen würde. Bis.......... die Kinder mich überfielen und an mir hingen, noch bevor ich den zweiten Fuß über die Schwelle gehoben hatte.
*seufz*
Manchmal wünsche ich mir meine Familie echt auf den Mond!
Aber wirklich nur MANCHMAL!






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