Freitag, 15. September 2017

Dies und das und queere Sachen

Nicht täglicher Kontakt macht eine Freundschaft aus, sondern die Gewissheit sich aufeinander verlassen zu können.

Manchmal, wenn auch sehr selten, bleibt eine solche Freundschaft sogar über hunderte Kilometer hinweg bestehen. Dann schreibt man sich nicht nur gelegentlich über Messenger, sondern telefoniert auch einmal stundenlang, wenn es Sorgen gibt die unbedingt irgendwo erzählt werden müssen. Oder es reisen nette Postkarten und Überraschungspakete mit Socken hin und her.

Und wenn es dann heißt "Hey, ich bin mal wieder in der Gegend, hast Du morgen schon was vor?" werden von jetzt auch gleich alle Hindernisse beiseite geschoben um füreinander Zeit zu haben.
Dann trifft man sich in früher schon besuchten Lokalen zum Stricken, Klönen, und es sich gut gehen lassen. Und es ist, als wäre es nie anders gewesen.
Als hätte es nie einen Umzug gegeben, und als würden nicht hunderte Kilometer zwischen einem liegen.

Danke, liebe Freundin Eule, für diesen wundervollen Abend mit Dir! *kuss*


Leider gibt es so Dinge, die braucht kein Mensch!
Ich persönlich sogar noch viel weniger! Aber danach fragt ja niemand.

Das folgende Bild lässt sich in etwa so erklären:
Ein nasser Zebrastreifen, ein voller Rucksack und zwei schwere Einkaufstaschen, ein Bus den man gerne noch erwischen möchte, ergibt...... ein sehr übler Sturz, mit anschließedem Besuch in der Ambulanz. Gebrochen ist zum Glück nichts, aber die äußeren Bänder hat es leider böse erwischt.
Und das alles nur zwei Tage vor dem Geburtstag des Fast-Teenagers!


Als ich bei meiner Hausärztin um eine weitere Schmerzmittelversorgung fragte, meinte diese (keinesfalls böse gemeint): "Sie wissen schon dass es etwas ungünstig ist wenn beide Partner nicht richtig laufen können?"
Und auch der Gatte macht sich dezent über mich lustig. Immerhin würde mein Hinkebein ja wieder heilen, im Vergleich zu dem Seinen.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

Doch wer meint, ich hätte ja jetzt ganz viel Zeit zum stricken, den muss ich leider enttäuschen. Von den Schmerzmitteln bin ich oftmals so was von zugedröhnt, dass ich mehr am ribbeln bin als ich zum stricken komme!


Beschäftigen wir uns also derweil mit anderen Dingen als Stricken.
Politik zum Beispiel.
Konkret: Meinen Briefwahlunterlagen!

Da es nun eher unwahrscheinlich ist dass ich zur Wahl gehen werde, muss die Wahl halt zu mir kommen. Nebenbei die perfekte Gelegenheit dem politisch stark interessiertem Teenager einen echten Wahlschein zeigen zu können. Und dem Fast-Teenager die Unterschiede zwischen Bundestagswahl und Landratswahl zu erklären. Oder gemeinsam via Google nach den vielen kleinen Partein zu suchen, die da auf dem Stimmzettel stehen.
So hat der dumme Fuß doch noch sein Gutes!


Und Geburtstag gefeiert haben wir auch noch.
Trotz Hinkebein und Schmerzmitteldusel im Kopf.
Irgendwie habe ich es sogar geschafft einen bunten Kuchen zu backen!
Ich kann nur nicht mehr so genau sagen, wie eigentlich..........


Seit unserem Outing als Regenbogenfamilie und meinem Bericht zum CSD werde ich öfters darauf angesprochen wie queere LGBTI Themen und bunte Stricksocken hier im Blog zusammen passen würden.

Ich finde es interessant, wie mein Weblog in der Öffentlichkeit wahr genommen wird.
Eigentlich ist dieser Blog ja gar kein reiner Handarbeit- oder gar Strickweblog. War er nie, und auch nie als solcher gedacht. Denn ich blogge ja schon viel länger als ich stricken kann!
Zwar bin ich erst seit 2012 bei Blogspot, jedoch war ich davor bereits auf einer Blogplattform vertreten die inzwischen schon gar nicht mehr existiert.

So richtig zum Sockenstricken bin ich erst in 2013 gekommen. Von da an war es jedoch noch ein verdammt langer Weg bis jedes Paar Socken zum kleinen Kunstwerk wurden. Die Sockenfüße habe ich auch erst seit 2014. Und erst seitdem gibt es auch richtig tolle Bilder von meinen Socken.
Dazwischen gab es schon immer Familien bezogene Postings auf diesem Weblog.
Nicht ohne Grund trägt dieser Blog einen Nicht-Handarbeit bezogen Titel. Ebenso nicht ohne Grund bin ich Frau Photoauge, und nicht etwa Frau Sockenstrickerin. So spezialisiert wollte ich es nie haben.

Daher ist es für mich kein Widerspruch gleichzeitig über bunte Socken und queere LGBTI Themen zu berichten. Auch wenn Socken stricken zunächst sehr konservativ erscheinen mag, während Queeres schon nahezu dramatisch Liberal ist; beides gehört in unser Familienleben und findet damit auch Raum in diesem Weblog.


In den Ferien waren der Teenager und ich zwei mal zum Outdoor Shooting in Köln unterwegs.
Er wünschte sich Bilder die keine Selfies mit dem Handy sind, für seine eigenen Webprojekte. 
Nun gehört die Protraitfotografie wirklich nicht zu meinen Stärken. Meine Talente liegen eindeutig ganz wo anders. Deshalb hatte ich bei den Shootings auch keine all zu großen Erwartungen.

Mit dem Teenager jedoch läuft selbst das wie von selbst, und es sind wunderschöne Bilder bei den Shootings entstanden ohne dass ich mich dafür hätte anstrengen müssen.


Kurz bevor diese dumme Sache mit meinem Fuss passierte, waren wir als  queere Regenbogenfamilie auf einer Demonstration in Köln.
Auf der Gegendemonstration der sogenannten "Demo für alle".
Eine Frau Hedwig von Beverfoerde tourt gerade mit einem großen häßlichen Bus durch zehn deutsche Großstädte, nennt das ganze "Bus der Meinungsfreiheit", und möchte doch eigentlich nur erreichen dass die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare verhindert wird.

Eigentlich selbstredend dass dieser Bus in Köln gnadenlos ausgepfiffen wurde!
Wir waren dabei. Als Familie! Haben Flagge gezeigt!
Als ich jedoch hier "nur so am Rande" ein paar Bilder zeigen wollte, wurde das Thema so umfangreich dass ich es lieber in ein eigenes Posting gepackt habe. Deshalb hier an dieser Stelle nur diese zwei schönen Preview Bilder, und dieser Tage gibt es dazu dann mehr Bilder und Informationen.


Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf meinen Teen!
Weil er trotz seiner jungen Jahre keine Angst davor hat sich in der Öffentlichkeit offen als Schwul zu zeigen.

Und ich liebe meinen Mann!
Weil er trotz seiner Behinderung stundenlang in der Menge steht, um mit anderen Menschen für deren Rechte zu kämpfen. Und weil er so überhaupt kein Problem damit hat, in der Öffentlichkeit neben seinem Sohn in Regenbogenflagge zu stehen!


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